Mexikos südliche Westküste: Wo Hippies und Einheimische zusammenleben

Mexikos südliche Westküste: Wo Hippies, Backpacker und Einheimische zusammen leben

Wer Strandurlaub in Mexiko machen möchte, zieht es meistens auf die Halbinsel Yucatan. In Cancún locken Al-Inclusive-Hotels, weiter südlich in Playa de Carmen ist es nur geringfügig ruhiger. Zweifelsohne zählen die Strände dieses Fleckchens Erde zu den schönsten der Welt. Wenn der Wind still steht, gehen Himmel und Wasser in strahlenden Türkis- und Weißtönen nahtlos ineinander über und der Betrachter weiß: Das ist das karibische Paradies!

Weniger überlaufen, dafür gleichsam paradiesisch, geht es im südlichen Westteil an der Pazifikküste Mexikos zu. Bis vor zehn Jahren war das Gebiet noch kaum zu erreichen. Nur ein paar Hippies zog es bis dato hierher. Befestigte Straßen gibt es erst seit einigen Jahren. Mit dem Asphalt kamen zwar auch die Backpacker und die Städte wurden deutlich touristischer. Trotzdem lebt es sich hier nach wie vor deutlich zurückgelehnter als in Cancún oder Playa del Carmen.

Zipolite: Nacktbadestrand und Goa-Partys

An der Westküste befinden sich im Bundesstaat Oaxaca von West nach Ost die Städte Puerto Escondido, Mazunte und Zipolite. Zipolite ist dabei der Ort, der heute noch am meisten hippieflair versprüht. Der Strand ist FKK, die Straßen zum Teil noch nicht asphaltiert. An jedem Wochenende läuft elektronische Musik, meist Goa.

Die Hippies leben nach wie vor Seite an Seite mit den Einheimischen. Allerdings ist Zipolite deutlich aufgeteilt, in diejenigen die hier Urlaub machen und diejenigen die daran Geld verdienen. Zumal die meisten Mexikaner katholisch sind, und sich niemals nackt an den Strand legen würden. In Zipolite genießt man Ruhe, wer surfen möchte, sollte weiter westwärts an der Küste ziehen. Denn da die Wellen hier erst direkt am Strand brechen, eignet sich dieser Abschnitt nicht zum Surfen.

Mazunte: Der Mittelweg

Während man in Zipolite ganz nackt am Strand liegt, behalten Frauen und Männern Mazunte am Strand zumindest untenrum die Bekleidung an. Oben ohne ist hier Usus, vor allem unter den jungen Touristen um die 30 Jahre, die es hier zuhauf gibt. Das mag daran liegen, dass die Unterkünfte sehr günstig sind und trotzdem direkt am Strand liegen.

Ein absolutes Highlight sind die Estrellas in der Unterkunft Posada de Arquitecto. Hier schläft man im Freien auf einer Klippe direkt am Meer. An drei Zentren kann man morgens kostenlos Yoga machen oder meditieren, an der kleinen Sprachschule günstig Sprachunterricht nehmen. Einst absolute Hippie-Metropoloe ist natürlich auch heute noch etwas von dem Flair geblieben: Wer barfuß ins Restaurant geht, wird nicht schräg angeschaut. Ein magischer Ort ist Playa Mermejita: Hier ist der Strand breit, der Wind stark, die Brise mild. Das alles fast menschenleer.

Puerto Escondido: Surfkurse und moderne Hostels

Mit einem Kleinbus geht es weiter Richtung Westen nach Puerto Escondido. Dieser Ort ist für alle etwas, denen das ganze Hippiegehabe nicht gefällt, die gegen den Lebensstil an sich jedoch nichts haben. Je weiter östlich man sich in diesem Ort bewegt, desto ruhiger wird es. Die Hostels haben zum Teil Hotelcharakter. Neu ist das Hostel „One Love“: Modern eingerichtet, kleine Hütten beherbergen Mehrbettzimmer mit bequemen Betten. Im Restaurant gibt es veganes und vegetarisches Frühstück. Ein Stockwerk höher kann jeder täglich an Yoga-Kursen teilnehmen, zu einem günstigen Preis von umgerechnet drei Euro.

Wer mehr Action braucht, leiht sich ein Surfbrett oder bucht einen der zahlreichen Privatkurse für maximal zehn Euro die Stunde. Für Anfänger herrschen hier optimale Bedingungen: Die Strömung stimmt, die Lehrer sind geduldig. Wilder und jünger geht es im Ortskern zu, hier befinden sich auch einige Hotels, in den Familien unterkommen können.

Manko dieser Städte ist sicherlich ihre Erreichbarkeit. Zwar verfügt Puerto Escondido über einen kleinen Flughafen, der von Aeromexico betrieben wird. Flieger gehen jedoch nur äußerst selten. Nächstgrößere Stadt mit Flughafen ist Oaxaca, allerdings fährt man auch von hier mit Kleinbussen etwa sieben Stunden durch mexikanische Bergdörfer inklusive Gepäck auf dem Dach. Wer den Weg auf sich nimmt, wird es nicht bereuen.

Bildquelle: Fotolia, 34988532, mahavision

 

 

 

 

 

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