Bagdad – die Stadt aus den Nachrichten

Wir alle kennen Bagdad schon aufgrund der ständigen Nachrichten der letzten Jahre. Spätestens als 2003 der Irakkrieg begann, war die Stadt in aller Munde.

Bagdad©Flickr/Army.mil

Die Hauptstadt des Iraks war natürlich mit seinen 5,3 Millionen Einwohnern ein favorisiertes Ziel der USA, als es darum ging, das Land bei seiner Achillesverse zu treffen. Die Millionenstadt liegt am Fluss Tigris, der sie in zwei Teile spaltet: einmal der östliche Teil Risafa und der westliche Teil Karch.

Gegründet wurde die Stadt im Jahre 762 von abbasidischen Kalifen al-Mansur und bis heute hat sich an dem Status der Hauptstadt des Islams nichts geändert. Sie ist das wirtschaftliche, politische und auch das kulturelle Zentrum des Landes und somit Hauptaugenmerk bei der Kriegsführung der USA, die damals für Furore in der ganzen Welt gesorgt hat.

Aber die fünf Jahre haben leider nicht so viel an der Sicherheit der Stadt geändert. Die Angst klebt noch immer am Apshalt der Straßen und nährt sich an der Wut der inne wohnenden Menschen. Die ständige Bedrohung durch Attentate hetzt einen wie den Fuchs das Kaninchen durch die Stadt, jedes Stehenbleiben bedeutet ein gefährliches Risiko eingehen, denn im toten Esel am Straßenrand könnte Sprengstoff versteckt sein. So passiert es durchaus mal, dass ein Panzer in panischer Hilflosigkeit ein Taxi überrollt. Der Verkehr durch die Innenstadt gleicht mit seinen 130 Stundenkilometern dem Rausch einer Autobahn.

Doch trotz allem ist und bleibt Bagdad eine Künstlerstadt, die schon damals viele werdende Künstler heran gezogen und hervor gebracht hat. Obwohl die Analphabetenenrate – trotz kostenloser, ausgezeichneter Bildungsmöglichkeiten – sehr hoch ist, sind besonders Schriftsteller fasziniert von dem Ort. Der Krieg hat diesem Glanz etwas Mattheit verliehen, auch gerade deshalb, weil viele Menschen aus ihren Wohnungen vertrieben und somit ihr Zuhause verloren haben. Bei soviel Elend bleibt kaum Luft und Platz für den Atem der Kunst.
Ein weiteres lähmendes Utensiel sind die Medien in Bagdad, denn die sind nach wie vor oftmals zensiert. Der Irak besitzt die unfreieste Presse auf dem gesamten Globus und demzufolge ist Journalismus dort eher ein mächtiges, politisches Werkzeug.

Aus nahe liegenden Gründen warnt die Deutsche Botschaft davor, Bagdad als Tourist zu besuchen. Die Sicherheit ist auch heute noch lange nicht gewährleistet und bevor man einreist, sollte man triftige Gründe dafür aufweisen können.