Chinatown in Singapur: sehenswerter Sri Mariamman Tempel

Singapur ist groß. Deshalb muss man wissen, wo´s hingeht, wenn man erst einmal da ist.

Chinatown ist ein flurierender Stadtteil von Singapur © Flickr/^riza^

Singapur ist eine flurierende Metropole in Asien, währenddessen Chinatown immer mehr in Verrufung gerät. Chinatown – da leben doch nur die Chinesen, was hat das schon mit Singapur zu tun?, werden sich einige fragen. Eine ganze Menge. Dass Chinatown ein riesiger Stadtteil ist, ist nur ein kleiner Teil.

Chinatown vertritt eine Gesellschaftsgruppe von 72%. Der bunte, lebendige Stadtteil ist die aufstrebende Jugend Singapurs, hier trifft das traditionelle Asien auf die moderne Kosmopolitik. Beides in einer Suppe gekocht, ergibt eine interessante, farbenfrohe Zukunft. Zudem ist Chinatown einer der Gründungskerne der Stadt und an Bedeutung nicht zu unterschätzen – viele historische Gebäude von Singapur stehen noch heute in all ihrer Imposanz in den Straßen und locken jährlich zahlreiche Gäste in diesen verschlagenen Teil der Stadt.

Zum Beispiel der Sri Mariamman Tempel. Er ist der älteste Hindu-Timpel in ganz Singapur und in der South Bridge Road zu finden. Die attraktive Sehenswürdigkeit ist der Göttin Mariamman geweiht, die bei Seuchen oder der Pest angerufen wurde. Wer den Tempel betreten möchte, muss ein Glöckchen läuten und den Göttern ,,Guten Tag“ sagen (ist ja auch nur höflich. Oder platzt ihr bei fremden Leuten unangekündigt ohne etwas zu sagen, einfach rein, hm? 😉 ). Auch müsst ihr mit einem Läuten ankündigen, dass ihr den Tempel nun zu verlassen gedenkt.

Chinatown war jedoch nicht immer so ein vor Leben nur so strotzender Stadtteil. Als die erste chinesische Einwanderungswelle Singapur flutete, schrieben wir das Jahr 1821. Die Chinesen erhofften sich ein großes Mehr vom großen Lebenskuchen und fanden nur gewalttätige Bandenkriminalität und höchste Armut. Viele ungebildete Arbeiter hofften auf gut bezahlte Arbeit und fanden nicht einmal das Existenzminimum. Schlechte Lebensbedingungen wurden durch die maroden sanitären Zustände leider nur begünstigt. Drogen wie Opium überschwemmte die Einwanderer und der typische, sehr gefährliche, Teufelskreis schloss sich.

Heute ist Chinatown ein aufstrebender Straßenstern am Gassenhimmel von Singapur. Das typische Straßenbild wird von den unzähligen „Shophouses“ geprägt: Unten findet ihr einen Ramschladen, darüber die Wohnung des Besitzers. In Chinatown findet ihr wirklich alles, was das Kitsch- und Sammlerherz begehrt sowie zahlreiche Leckereien und Kuriositäten aus China. Allein deshalb macht Chinatown so einen irrsinnigen Spaß 😉 .

Wer nach Singapur reist, sollte Chinatown bei der Besichtigung nicht auslassen. Am besten nehmt ihr euch gleich ein paar Tage für diesen Stadtteil Zeit, denn er verdient, genau angesehen zu werden. Die faszinierende Kombination aus bodenständiger Tradition in den herrlichen, historischen Gebäuden mit dem bunten, schillernden, extrem übertriebenen Darstellungsbedürfnis dieses kleinen in-sich-gekehrten Städtchens ist umwerfend. Belebend. Und mitreißend. Also – lohnt sich! Auch dieser Mensch teilt diese Meinung und zeigt deshalb äußerst freizügig viele Fotos.