Das Warschauer Königsschloss- eine originalgetreue Rekonstruktion

Warschau, die Hauptstadt Polens gilt als eines der wichtigsten Handels-, Verkehrs- und Wirtschaftszentren Mittel- und Osteuropas. Sie ist zudem eine bedeutende Universitätsstadt und hat ohne Frage zahlreiche Sehenswürdigkeiten bieten. Zu den wichtigsten Kulturdenkmälern Warschaus zählt beispielsweise das Warschauer Königsschloss.

Das Warschauer Königsschloss ist eine beeindruckende Rekonstruktion. © Flickr / JarosÅ‚aw Pocztarski

Bereits der Name des Schlosses, dessen Fassade heute zu einem Großteil aus roten Backsteinen besteht, gibt erste Anzeichen seiner Geschichte. Die Schlossanlage diente einst, genau genommen bis 1795, als Sitz des polnischen Königs, zudem allerdings beherbergte es auch den Senat, sowie den Sejm (s. hier).

Die Architektur des Schlosses ist nicht leicht zu charakterisieren, da es Elemente verschiedener Epochen in sich vereint. Anzumerken ist allerdings, dass das Schloss im Jahre 1939, im Zuge des zweiten Weltkriegs, durch Luftangriffe zerstört und schließlich im Jahre 1944 sogar auf Himmlers Befehl hin, gesprengt wurde. Das Bauwerk, welches wir heute in Warschau bewundern können, ist somit lediglich eine Nachbildung. Diese allerdings ist äußerst originalgetreu. So gibt es etwa Mauern am Südflügel des Innenhofs, welche an Zeiten der Gotik erinnern. Diese wurden dem Original nachempfunden, welches auf zwei gotische Gebäude, namens Dwór Wielki und Dwór Mniejszy, aus dem 15. Jahrhundert, zurückzuführen ist.

Das Aussehen des Gebäudes wandelte sich vor allem im 16. Jahrhundert. Auf Befehl des damaligen Königs Sigismund III., wurde zwischen 1598 und 1619 das eigentliche Schloss errichtet, da Warschau im Jahre 1596 zur neuen Hauptstadt Polens ernannt worden war. Auf diese Weise kam das Gebäude durch die Architekten Matteo Castelli und Giacomo Rodondo auch zu barocken Elementen. König August III. wiederum veranlasste im 18. Jahrhundert den Bau eines Flügels im Stil des Rokoko. Die Innenräume sind hingegen vor allem klassizistischer Art, was unter anderem auf den polnisch-italienischen Architekten Domenico Merlini und Jan Chrystian Kamsetzer, einen polnischen Innendekorateur, zurückzuführen ist. Besagte Innenausstattung konnte glücklicherweise teilweise erhalten bleiben und ist heute wieder im Schloss zu finden.

Nachdem das Schloss im Jahre 1988 mit Hilfe von zahlreichen Spenden rekonstruiert werden konnte, dient es heute als Museum.