Der Borobudur-Tempel- wiederentdecktes Mysterium

Die unterschiedlichsten Glaubensrichtungen errichten zu Ehren ihrer Heiligen imposante Gotteshäuser, so auch die Religion bzw. die Lehrtradition des Buddhismus. Borobudur zählt zu den beeindruckendsten buddhistischen Tempelanlagen. Dies verdankt das Bauwerk nicht nur seiner beachtlichen Größe und Schönheit. Der Tempel auf der Insel Java in Indunesien birgt bis heute einige Geheimnisse.

Der Borobudur-Tempel wirkt bis heute geheimnisvoll. © Flickr / I'll Never Grow Up

Wann genau der Borobudur-Tempel erbaut wurde, weiß heutzutage keiner mehr. Augrund von Inschriften im Inneren des Tempels wird allerdings vermutet, dass das Bauwerk um 800 entstanden ist. Auch die Tatsache, dass Borobudur lange Zeit vollkommen ungenutzt blieb, da im zehnten und elften Jahrhundert ein politischer Wechsel dafür sorgte, dass religiöse Gebäude an Ansehen verloren, verleiht der Tempelanlage einen mystischen Charakter. Verdeckt durch Gestrüpp, Blätter, Steine, Erde und Asche vulkanischen Ursprungs „schlummerte“ die gigantische Tempelanlage vor sich hin, bis sie von einem Forscher namens Thomas Stamford Raffles wiederentdeckt wurde. Es folgten Restaurierungen und Säuberungen, welche mehr und mehr Teile des Tempels freilegen und dem damals schon fortgeschrittenen Verfall entgegenwirken sollten. Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die Bauarbeiten, welche kurz nach 1905 gemacht wurden. Der Archäologe Dr. Theodor van Erp sorgte dafür, dass nach einer umfangreichen Begutachtung des Zustandes, zur Wiederherstellung und zum Schutz des Gebäudes, viele Aspekte erneuert und begradigt wurden. Besonders gründliche Restaurierungsmaßnahmen nahmen 1973 ihren Anfang und wurden 1983 beendet. Diesen ist es hauptsächlich zu verdanken, dass Borobudur heute der Öffentlichkeit zugänglich ist.

Die Architektur des Tempels ist einzigartig. Das Gebäude wurde auf einem Hügel, in Form einer Stufenpyramide, errichtet. Der Grundriss ist als quadratisch anzusehen. Er weist eine Länge von 123 Metern auf. Allerdings gibt es vier Plattformen, welche sich mehr und mehr verkleinern. Diese werden von drei Terrassen überragt, welche um eine gemeinsame Mitte angeordnet sind und sich ihrerseits ebenfalls verengen. In der Mitte thront ein buddhistisches Denkmal mit einem Durchmesser von 11 Metern, welches von über 70 kleineren Monumenten umkreist wird. Man sagt das Gebäude stelle das Universum dar, welches buddhistischen Vorstellungen (s. hier) nach, aus den drei Welten Arupyadhatu (Unkörperliche Welt), Rupadhatu (Feinkörperliche Welt) und Kamadhatu (Sinnenwelt) besteht.

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