Der Meiji-Schrein- Verehrung in höchster Form

Schreine zeugen von einer längst vergangenen Zeit. Sind sie im fernen Japan zu finden, besitzen sie gleich eine doppelte Anziehungskraft. Sie faszinieren nicht nur aufgrund ihres stolzen Alters, sondern sind zudem Zeugnis einer fremdartigen beeindruckenden Kultur. Der Meiji-Schrein, welcher in der Metropole Tokio zu finden ist, ist nicht umsonst ein Touristenmagnet.

Im Innenhof des Meiji-Schreins sieht man nicht selten Touristen. © Flickr / Shiny Things

Der Meiji-Schrein wurde den Seelen zweier Menschen gewidmet, einer Kaiserin und einem Tenno (s. hier) von Japan: Meiji und dessen kaiserliche Gemahlin Shoken. Als diese in einem Abstand von zwei Jahren verstarben, Anno 1912 und 1914, begann der Bau des prunkvollen Gebäudes, um sie auch nach ihrem Tod zu ehren. Im Jahre 1920 wurde der Schrein im Baustil nagare-zukuri fertig gestellt. In diesem Jahr wurden auch die Körper der Verstorbenen im Gebäude untergebracht. Seit jener Zeit werden jährlich, insbesondere an den Todestagen des Paares, am 11. April und am 30.Juli, feierliche Rituale ausgeführt um ihrer zu gedenken. Doch auch die Geburtstage der Verehrten werden mit Zeremonien versehen. Das Fest zu Ehren des Geburtstages Meijis, welches am 3. November beginnt, währt beispielsweise ganze fünf Tage. In dieser Zeit wird keinesfalls nur für die Seelen gebetet. Man lässt große Veranstaltungen stattfinden und arrangiert Ausstellungen, Spiele und verschiedenste Vorführungen. Man isst und trinkt gemeinsam, spielt Musik und lässt Feuerwerkskörper den Himmel erobern.

Welch großes Ansehen der Schrein in der Bevölkerung hat, beweist das Engagement, welches diese aufbrachte als der Schrein im Zuge des ersten Weltkriegs einem US-amerikanischen Bombenangriffs zum Opfer fiel. Um den Bau neu zu errichten fanden sich etwa 110.000 Freiwillige.

Das Gelände des Schreins wird heute in drei Bereiche unterteilt. Im sogenannten Naien steht das Bauwerk. Der äußere Bereich nennt sich Gaien. Hier findet man verschiedene Gebäude und Flächen, welche zum Andenken errichtet wurden. So zum Beispiel Kunstgalerien, Sportplätze und ähnliches. Umfasst werden diese Gebiete von einem Wald von enormer Artenvielfalt.