Die Prager Burg – das größte geschlossene Burgareal

Wer die tschechische Hauptstadt besucht hat weiß, dass sie architektonisch kaum zu übertreffen ist. Der historische Kern der Stadt ist äußerst gut erhalten und stellt eindeutig den Grund dafür dar, dass der Tourismus in Prag boomt. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt zählt neben der Karlsbrücke, die Prager Burg, welche erhöht auf dem Prager Berg Hradschin liegt.

Die Prager Burg thront über den Dächern der Stadt. © Flickr / FaceMePLS

Die Prager Burg stellt das größte geschlossene Burgareal der Welt dar. Ihr Baustil lässt sich nicht leicht definieren, da etliche Architekten an ihrem Bau und diversen Umbau-Aktionen beteiligt waren. Diesen ist es zu verdanken, dass die Burg keiner einzelnen Stilepoche zuzuordnen ist, sondern unterschiedlichste Formen der Baukunst miteinander verbindet.

Seit die Prager Burg im 9. Jahrhundert gegründet wurde, fungierte sie überwiegend als Sitz des Staatsoberhauptes. Heute lebt der Präsident der tschechischen Republik in ihren Mauern. Es wird vermutet, dass die Burg Levy Hradec (s. hier), welche im Gebiet der heutigen Stadt Roztoky zu finden war, vor dem Bau der Prager Burg ähnliche Zwecke erfüllte und hinsichtlich der Funktion somit als Vorgänger des Gebäudes anzusehen ist.

Die Geschichte der Prager Burg ist lang und kann im Folgenden nur auszugsweise dargestellt werden. Aus Aufzeichnungen geht hervor, dass das berühmte Bauwerk seine erste, fünf bis sechs Meter breite Burgmauer, bestehend aus Holz, Erde, Lehm und Steinen, in der Zeit um 900 bekam. Besucher der Burg kennen die, sich im Ostteil befindende St. Georgsbasilika, welche im Jahr 920 vom Fürsten Vratislav I gestiftet wurde. Etwa zur gleichen Zeit entstand ein weiterer wichtiger Sakralbau innerhalb der Burg: die St.-Veits-Rotunde. Vor 1055 fanden zudem einige Umbau-Bemühungen statt: vor allem die Mauer wurde mittels der Verwendung von mehr Steinen, stabiler gestaltet. Anno 1070 hielt der erste böhmische König in die Burg Einzug, teilte sich das Areal allerdings mit den Bischöfen von Prag. Im Jahre 1135 fand ein besonders folgenschwerer Umbau statt: Das Gebäude wurde zu einer Steinburg, umgeben von einer Steinmauer. Anno 1303 fiel die Burg jedoch einem Brand zum Opfer und machte den Wiederaufbau durch Karl IV. im Jahre 1333 unerlässlich. Es folgte allerdings ein gemindertes Interesse an der Burg, welche erst nach dem Prager Aufstand im Jahre 1483 abflaute und die Burg erneut zum Sitz des Hofes machte. Im Zuge des 30-jährigen Krieges wurde die Prager Burg zu einem Machtzentrum der Habsburger. Im 18. Jahrhundert erfolgte dann ein Umbau zugunsten Maria Theresias, bevor im Jahre 1919 erneut an dem Gebäude gebaut wurde, um es für den Präsidenten herzurichten.

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