Freistadt Christiania in Kopenhagen

Dänemark ist in meinen Augen schon immer ein spannendes Reiseland gewesen und Kopenhagen eine sehenswerte Stadt, aber von Christiania hatte ich bisher noch nichts gehört.

In Kopenhagen wird gut gebrüllt! © Flickr/BernieCB

Seid ihr schon mal in der Hauptstadt Kopenhagen gewesen? Wart ihr dann auch in der Freistadt Christiania? Nein? Das war wohl auch gut so, denn mit Freistadt ist keine abstruse Sehenswürdigkeit gemeint, sondern die selbst erkämpfte Freiheit. Um die absolute Freiheit kämpften nämlich ein paar Hippies im Jahre 1971 und schafften sich so einen rechtsfreien Raum inmitten von Kopenhagen. Rechtsfrei? Ja, genau, rechtsfrei – mit all seinen Konsequenzen.

Touristen werden vorgewarnt, dieses Viertel nicht zu besuchen, tun sie es doch – auf eigene Gefahr, denn Polizei gibt es hier keine, die traut sich in dieses Viertel nicht rein, da ihnen politisch die Hände gebunden sind. Also gilt in Christiania das sogenannte „Faustrecht“, Probleme werden auf eigene Art gelöst und deren Lösungen sind nun nicht immer „pädagogisch wertvoll“.

So erzählt der Autor von diesem Artikel zum Beispiel, dass er seine Kamara durch das Widersetzen des Fotoverbotes „verloren“ hat. Ein paar baumstämmige Kerle haben sie ihm abgenommen und kurzerhand Kleinholz durch Verbrennen daraus gemacht. Das anschließende Polizeiverständigen hat nichts gebracht, die trauen sich nicht. Der Raum ist rechtsfrei, es gelten eigene Gesetze.

Eine haarsträubende Geschichte, wie ich ja finde, aber auch irgendwie spannend. Und was für ein Statement an die Politik das ist! Wir regeln das auf unsere Weise, wir verlassen uns lieber auf uns selbst, als auf andere. Finde ich prima, dafür Daumen hoch! Wenngleich mir auch der Autor mit seiner Kamera ein wenig Leid tut 😉 !