Friedhof Green-Wood in New York

New York pulsiert wie ein flatterhafter, aufgeregter Herzschlag. New York ist laut, bunt, wuselig und wunderbar belebend. Wie gut, dass es hier und da einige… „Ruhestätten“ gibt. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Ob´s hier spukt?! Flickr/loop_oh

Vögel flattern zwitschernd durch die Luft, ein Gärtner zupft an zimperlichen, divenhaften Blümchen und ein Wind verweht den Duft des Todes, während die Sonne glücklich von einer tiefblau gespannten Himmelskuppel strahlt. Es ist Sommer, es ist ruhig, es ist sogar idyllisch. Und wir befinden uns auf einem Friedhof in Brooklyn, New York. Makaber? Taktlos? Wohl kaum, wir sind hier ja auch nicht auf irgendeinem Friedhof.

Nein, wir besuchen den Promi-Friedhof, Green-Wood. Hier liegt keine Mittelschicht begraben, sondern Musiker, Schauspieler und andere prominente Menschlein. Bisher war Green-Wood deshalb ein Geheimtipp, Touristen sind an Leichen oftmals nicht sehr interessiert und die New Yorker genossen die Stille zwischen den schweigenden Begrabenen, genossen die Ruhe und die Harmonie an diesem einsamen Örtlein. Dabei gibt es hier tatsächlich kleine Kunstwerke, Gräber und interessante Kulturdenkmäler. Alles Sehenswürdigkeiten, die in der Regel ignorant verschmäht werden. Bis jetzt!

Doch Zeiten ändern sich: So langsam stapeln sich die Leichen auf der Ruhestätte, denn anders wie z.B. in Deutschland, behält ein Toter sein Grab ein ewiges Leben lang, so dass es letzendlich nicht nur nicht weiter verkauft werden kann, sondern auch kein Geld mehr abwirft. Das ist der Grund, weshalb nicht nur der Platz ausgeht, sondern auch das Geld. Damit Green-Wood jedoch nicht schließen muss, suchen Verantwortliche nach einer Alternative.

Und die Alternative bedeutet, aus dem wunderschönen Friedhof ein Touristenmagnet zu machen. Dazu soll es Events geben, Rundführungen, interessante Vorträge. Es soll auf jeden Fall nicht langweilig werden auf dem Friedhof und Besucher New Yorks sollen deutlicher darauf aufmerksam gemacht werden. Was für eine schräge Story, oder, was denkt ihr? Ich finde es tatsächlich ziemlich pietätlos und den Toten gegenüber eine Frechheit. Andererseits verstehe ich auch die Beweggründe. Alles nicht so einfach. Dennoch diskussionswert. Ein paar Bilderchen des Ganzen zeigt euch der Spiegel.