In Venedig in Italien gerade schlimmstes Hochwasser seit zwanzig Jahren

Venedig ist wohl der Traum aller verklärten Romantiker, ist sie doch die Stadt der Liebenden. Doch im Moment ist es nicht romantisch dort, sondern nass.

venedig©Flickr/johovac

Anstatt heiße Herzen holen die Touristen sich gerade kalte und nasse Füße in der großspurigen Stadt. Auch Italien, das Land, das irgendwie immer lächelt, kann sich vor Katatstrophen nicht wadmen:
Das schlimmste Hochwasser seit zwanzig Jahren hat Venedig erreicht.

Wer durch die Innenstadt spaziert, watet durch knietiefes Wasser. Café-Tische und Stühle halten einsam und mutig den kalten Fluten stand. Ein irgendwie abstraktes Bild bietet sich da einem, wie Menschen in Müllsäcken über die Bordsteige spazieren.
156 Zentimeter ist das Wasser bisher angestiegen.

Eigentlich sind die Lagunenstadtbewohner Hochwasser gewohnt – sogar mehrmals im Jahr. Aber das hier übertrifft die schlimmsten Erwartungen, deshalb wurde den Bewohnern auch nahe gelegt, ihre Häuser und Wohnungen vorerst nicht mehr zu verlassen. Ungünstiger Wind und extreme Regenfälle haben das Nass wohl verursacht.

Doch die Fluten werden wohl auch in Zukunft ein immer gravierenderes Problem werden, so soll einerseits die Klimaerwärmung Schuld sein, andererseits aber auch die Tatsache, dass die Stadt immer weiter absackt bzw. die Pfeiler, auf denen die Stadt steht.
Deshalb tüftelt die Stadtverwaltung auch schon seit 2004 an einem waghalsigen Experiment: Das Moses-Projekt sollen solche Katastrophen in Zukunft verhindern.

Hierbei handelt es sich um ein kompliziertes Schleusensystem, welches bei einem Hochwasser ab 110 Zentimeter reagiert und per Druckluft die Schleusen schließt, um die Stadt zu schützen. 2014 soll das millionenschwere System an 79 Stellen fertig gestellt und einsatzbereit sein.
Auf jeden Fall ist die Stadt der klopfenden Herzen im Moment wohl eher entgeistert, anstatt verliebt. 😉 Aber auch geflutet ist sie auf jeden Fall einen Besuch wert. Oder vielleicht gerade deshalb…?