Mumbai – große Stadt, großes Herz

Mumbai ist die Stadt aus den dicken Schlagzeilen über Terrorismus und Gewalt. Mumbai liegt in vielen europäischen Köpfen in Trümmern – dabei ist die Stadt soviel mehr.

Mumbai ist riesig! Flickr/

Mumbai ist eine chaotische, bunte und pulsierende Stadt, die mit hoch gereckter Nase über den globalen roten Teppich stolziert und sich nicht darum schert, dass sie ein zerlumptes Kleid trägt.
Die westliche Presse hat das prunkvolle Antlitz in Fetzen gerissen, überall hängt das Wort „Terror“ wie eine schwere, graue Wolke über einer sonst so schillernden Stadt. Dabei ist Mumbai groß, groß im Herzen.

Während der großen Flutkatastrophe waren es die Slumbewohner, die in die schmutzigen Fluten stürzten und ihre superreichen Nachbarn aus dem Wasser zerrten. Die Schere zwischen Mumbais Bewohnern ist sehr groß, eine Brücke zwischen arm und reich gibt es kaum, doch sobald es darauf ankommt, beweist jeder Mumbaianer das Herz am rechten Fleck. Oder – meistens zumindest.

Die große Anonymisierung, wie wir sie aus großen deutschen Städten wie Berlin oder Hamburg kennen, gibt es hier (noch) nicht. Trotz der Masse bleibt immer ein Lächeln für den anderen übrig, eine Frage nach dem Befinden oder eine helfende Hand über dem Abgrund.
Die Bewohner wissen vielleicht auch, dass sie zusammen halten müssen, dass sie zusammen stark sein müssen gegen den Terror und die Gewalt, die jeden Menschen als Schatten verfolgt. Die Angst gehört zum alltäglichen Leben dazu, sie ist ein häßlicher, mürrischer Gast am Küchentisch eines jeden Haushaltes.

Die Welt hält den Atem an, wenn sie an Mumbai denkt. Keiner traut  sich nach der echten Stadt zu fragen, keiner traut sich in ein Flugzeug, um sie tatsächlich zu besuchen. Doch Mumbai ist wunderschön, spröde und arm. Der Stern berichtete einst über ein ähnliches Thema.