Osaka-Jo- eine Burg mit trauriger Vergangenheit

Osaka ist die drittgrößte Stadt und gleichzeitig das Handelszentrum Japans. Bereits diese Tatsachen deuten an, dass Osaka eine sehr moderne Metropole ist. Ähnlich wie in der Hauptstadt Tokio, ist das Stadtbild von hohen Bauten aus Beton und Stahl geprägt. Doch findet man auch in Osaka imposante Bauwerke, die an vergangene Zeiten erinnern, etwa Osaka-Jo, die Burg von Osaka.

Osaka-Jo erinnert aufgrund seiner Verzierungen an vergangene Zeiten. © Flickr / taylorandayumi

Osaka-Jo (s. hier) wird zu den bedeutendsten Burgen Japans gezählt. Sie wurde auf Befehl Toyotomi Hideyoshis errichtet, der auch schon den Hauptturm Himeji-Jos in Auftrag gegeben hatte. Fertiggestellt wurde die Burg, welche damals aus Holz und Stein bestand, im Jahre 1583. Es bleibt allerdings anzumerken, dass die Osaka-Jo, wie wir sie heute besichtigen können, noch nicht annähernd so alt ist. Die Burg wurde mehrmals fast gänzlich zerstört und lediglich rekonstruiert. Sie besteht heute zu einem Großteil aus Beton.
Im Jahre 1615 fiel Osaka-Jo den Truppen Tokugawa Ieyasus, einem „drei großen Einiger“ des feudalen Japans, zum Opfer. Der Wiederaufbau wurde erst fünf Jahre später in Angriff genommen und dauerte ganze zehn Jahre. Bereits 35 Jahre später folgte die Zerstörung des Hauptturms durch einen Blitzeinschlag. Zwei Jahrhunderte danach, widmete man sich der erneuten Rekonstruktion. Doch schon 25 Jahre später wurde die Burg abermals zerstört, diesmal während der Kriege der Meiji-Restauration. Spendenaktionen erlaubten im Jahre 1928 nochmals einen Wiederaufbau. 17 Jahre nach dieser, im Zuge des zweiten Weltkrieg– wie sollte es auch anders sein- wurde das Gebäude wiederholt beschädigt. Die neuesten umfangreichen Bauarbeiten liegen nun zwölf Jahre zurück.
Nach dieser bewegten Geschichte könnte man fast die Vermutung aufstellen, die atemberaubende Burg, deren Grundfläche fast einen Quadratkilometer umfasst, könnte verflucht sein. So viele Zerstörungen- immer ca. 20-30 Jahre nach der Rekonstruktion- das ist wirklich eine traurige Besonderheit. Wir sollten wohl die Daumen drücken, dass die reich verzierte Osaka-Jo künftig in den Genuss kommt, ein friedlicheres Dasein zu fristen. 😉