Schlechter Service bei der Deutschen Bahn

Treue Leser des Blogs wissen es: Ich bin kein großer Fan der Deutschen Bahn. Warum, das wurde mir gestern gleich wieder bestätigt. Reise online buchen bei der DB? Lieber nicht.

DB - guter Tipp?! FLickr/ Latente 囧 www.latente.it

Ich hatte euch ja schon darüber berichtet, dass Reisen online buchen oft keine so gute Idee ist. Ich riet euch zum persönlichen Buchen, aber ich hielt mich selbst nicht an meinen eigenen Ratschlag und probierte es online. Ich muss nächste Woche nämlich nach Frankfurt zum Flughafen. Und das würde ich gerne möglichst kostengünstig schaffen. Also stöberte ich im Netz und fand sogleich sogar ein passendes Angebot bei der DB: Der Sparpreis für die zweite Klasse, 29 Euro. Ich war begeistert und klickte auf „buchen“.

Ich meldete mich sogar ganz brav an, füllte alle Modalitäten aus und wollte nur noch den Zahlungsweg organisieren. Ich habe keine Kreditkarte, also wollte ich das per Lastschrift regeln. Doch dafür solle ich doch erst einmal einen Wisch per Post an die Deutsche Bahn schicken wegen der Identitätsprüfung. Aha. Hab ich noch nie erlebt, sowas. Ich hab sogar schon Flüge mit der EC-Karte meines Papas gebucht (erlaubterweise, logischerweise 😉 ) – ohne jedes Problem. Aber bei der Bahn geht das so – natürlich – nicht.

Aber Kämpfer lassen sich ja nicht untergehen! Ich rief da also an, wollte es telefonisch bestellen.
„Gar kein Problem“, flötete mein Gesprächspartner, „um welchen Zug handelt es sich denn?“
Ich erläuterte es ihm. „Aha, das wären dann 49 Euro!“, triumphierte er flötend.
„Nein? Hier wird er mir aber für 29 Euro angeboten?“
„Ja, das kann sein. Aber die Sparpreise sind ja immer sehr schnell weg.“
„Okay, Moment. Ich aktualisiere das hier mal.“ (Ich kämpfe bis zur letzten Minute, 49 Euro kann ich mir einfach nicht leisten.)
„Hier steht das Angebot aber immer noch.“
„Für 39 Euro?“
„Für 29 Euro!“
„Aha. Das sind aber 49 Euro!“
„Und wieso steht das dann hier so?“
„Das weiß ich doch nicht!“ Die Stimme meines Gesprächspartners ungeduldig, energisch.
„Ich kann aber lesen.“ Engelston.
„Also, 49 Euro steht bei mir auf dem Bildschirm. Was anderes kann ich Ihnen beim besten Willen nicht anbieten.“
„Nagut, dann fahre ich zum Bahnhof. Tschüss!“

Ich bin dann zum Bahnhof gefahren, um es persönlich zu bestellen. Was soll ich sagen? Natürlich habe ich das Ticket für 29 Euro bekommen. Und dabei auch gleich herausgefunden, warum der liebe Herr 49 Euro von mir wollte: Er war doch glatt dabei, mir ein erste Klasse Ticket zu verjubeln. Eines, das mitnichten wollte.
Für diese ganze Plackerei sind drei Stunden drauf gegangen. Zeit, in der ich sinnvolleres hätte tun können. Service ist in meinen Augen was anderes.

4 comments

  1. Schade….Man kann nur hoffen, dass der Service mittelfristig in solchen Fällen besser auf die Kunden eingehen kann..

  2. Hallo (:

    Ich hoffe, dass es beim nächsten Mal klappt, dass du nicht nochmal 3 Stunden warten musst, bis sich das geklährt hat.

    Liebe Grüße
    Gisela

  3. Weltklasse! Der Dialog ist zu geil. Bis zur Auflösung habe ich mir den Bahnmitarbeiter am Telefon einfach nur als Internet-Noob vorgestellt. Aber rückblickend ist die Nummer auch nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass ihm locker 29 Euro durch die Lappen gegangen sind.