„the windy city“ Chicago, die das echte Amerika repräsentiert

Chicago ist das Mauerblümchen der USA. Im Schatten kauert diese Stadt und wird leicht übergangen – dabei spielt sich genau hier das echte, das authentische, Amerika ab.

chicago©Flickr/doug.siefken

Die drittgrößte Stadt in den USA erscheint dem Touristen auf dem ersten Blick recht unspektakulär, eben eine Stadt unter vielen. Eine glanzlose, matte Skyline unter den glitzernden Sternchen. Wer hierher kommt, hat sich vorher schon verliebt oder er landet eher zufällig und verliert sich mit zusammen gebissenen Zähnen. Aber es lohnt sich. Versprochen!

Chicago hat ungefähr 2, 8 Millionen Einwohner und liegt direkt am Michigansee. Im Bundesstaat Illnois ist sie angesiedelt und gehört damit natürlich zu den Vereinigten Staaten Amerikas.
Übrigens kommt der Name von „Checagou“ – so haben Potawatomi-Indianer das Land geschimpft, denn das heißt soviel wie ,,das Land, das nach Zwiebel stinkt.“ Äußerst sympathisch, muss ich sagen 😉 .

Das Wetter hat beinahe einen noch miserableren Ruf als das in England. Hier regnet es nicht nur in Strömen, nein, es stürmt auch noch. Menschen ziehen ihre Kapuzen tief ins Gesicht, die Metro ist laut und klaprrig und fährt auch immer nur dann, wenn es einem nicht passt. Es ist, als wäre Chicago zickig. Als wollte sie die Unterlippe trotzig hervor schieben und sagen, dass sie jetzt nicht mehr will. Besucht werden. Und gerühmt.

Aber „the windy city“ ist im Gegensatz zu Los Angeles oder New York authentisch. Echt. So ein amerikanisches Sprichwort: ,,New York den Ausländern, L.A. den Außerirdischen und Chicago den Amerikanern.“ Hier lernt man das wahre Amerika kennen, schwärmen so viele, die dorthin reisen und irgendwie nicht wieder kommen möchten.
Übrigens ist der seltsame Spitzname „windy city“ eine ungeklärte Sache. Einerseits soll er wohl angeblich von der damaligen starken Korruption herrühren, andererseits bläst hier des Öfteren wohl wirklich ein starker Wind 😉 .

Der besondere Flair wurde aber auch von großen Jazz-Musikern geprägt. Denn Chicago ist die Jazzmetropole schlechthin! Größen wie Louis Armstrong, Earl Hines und Jelly Roll Morton haben dem heutigen Chicago so einige Gesichtszüge verpasst, die es ohne sie definitiv nicht hätte.
Und wer sich selbst ein Bild von dieser seltsam reservierten Stadt machen möchte, der sollte nicht zögern. Dabei nur ein letzter Tipp: Erkundet die Stadt zu Fuß! Das ist hier nämlich möglich und wird auch immer wieder empfohlen.