Was macht eine Reise besonders?

Wir alle träumen davon, über die ganze Welt zu reisen und uns anzusehen, wie unser Heimatplanet beschaffen ist. Reisen verbinden wir mit Freiheit, Abenteuer und Luxus. Der gesammelte Erfahrungsschatz wird dabei manchmal über Generationen weiter gegeben 😉 .

Palmen am Strand © Flickr/marfis75

Aber was macht eine Reise zu etwas Schönem? Wann lohnt sie sich tatsächlich? Und worauf sollte man bei einer Reise wert legen?
Also erst einmal muss man da von Mensch zu Mensch natürlich unterscheiden. Manche möchten einen dekadenten Urlaub unternehmen, der bedeutet, den ganzen Tag im luxuriösen 6-Sterne-Hotel herum zu lungern, ab und zu zum Strand zu latschen und abends ein klasse Dinner zu genießen. Das Wichtigste sind Palmen am Strand, gutes Wetter und ein perlmuttfarbener Ozean. Kulturerlebnis? Nein, danke. Da würden wir ja nur beobachten, dass die Menschen in dieser Welt sehr viel schlechter dran sind, als wir. Dass sie vielleicht den Reis mühsam zusammen klauben, während wir uns abends Trüffelpastete und Rebhuhn auf Rosenblättern servieren lassen.

Für diese Menschen ist der Urlaub bei einem dicken Portemonaie relativ einfach. Man blättert zuhause ein wenig in Hochglanzmagazinen und bucht einfach das teuerste Programm im exotischen Südseeland, fertig.
Doch der perfekte Urlaub ist für die auch besonders schwierig. Ein falsch aufgeschnittener Hummer kann hier zu einer Katastrophe werden. Feuerquallen in den Wellen zerstören das tolle feeling und Kakerlaken im Badezimmer ruinieren nun wirklich jeden Nerv.

Ich persönlich unternehme ja lieber ein Abenteuer, als eine Erholungskur. Das heißt, ich packe einen Rucksack, setze mich in den Flieger und schaue vor Ort, was passiert. Geschlafen wird in billigen Unterkünften, gegessen, was sich am Wegesrand sammelt und kennen gelernt, was zwei Beine hat und im Ort beheimatet ist. Die Erlebnisse sind farbenfroh, zahlreich und man vergisst sich selbst und die Zeit. Katastrohpen gibt es nicht, da auch keine Erwartungshaltung da ist, die erfüllt werden muss. Und nach so einem Urlaub bin ich derart entspannt wie die Leute aus dem Luxushotel nie sein werden. Ich habe losgelassen. Übrigens findet ihr in diesem Blog die schönsten Städte mit den besten Hotels zum Verweilen 😉 .

Genau das macht einen Urlaub besonders: sich selbst vergessen zu dürfen, die Zeit anzuhalten und endlich einmal eine ganz andere Luft atmen, als dicke Großstadtluft. Glorreiche Momente und heftige Regenschauer gehören da genauso dazu wie das perlmuttfarbene Meer. Ich möchte etwas Neues erleben dürfen, wenn ich mich auf Reisen begebe. Die 5 Sterne bekomme ich auch hier, in Deutschland. Würde ich denn wollen. Aber mir erscheinen diese Hotels in fernen Ländern eher wie exotische und besonders teure Spielplätze reicher Menschen, die nichts mit sich anfangen können. So, als würden sie Playstation zocken und am Ende das Gefühl haben, sie wären tatsächlich der Held gewesen. Aber eigentlich hat man ihnen nur etwas vorgemacht.

2 comments

  1. Markus

    Du vergisst da aber, dass eben jeder andere Vorstellungen von Urlaub und Reisen hat. Du schläfst in billigen Unterkünften (weil du dir vielleicht eben kein 6-Sterne-Hotel leisten kannst), isst, was am Wegesrand liegt (wie immer du das auch meinst.) Aber andere Menschen wollen oder können das eben nicht. Neues erleben, Menschen kennenlernen etc. kann man auch, wenn im teuren Hotel nächtigt oder im Restaurant essen geht. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass allzuviel ältere Menschen gerne mit dem Rucksack umherlaufen, in Billig-Unterkünften schlafen und an Garküchen essen. Und was glaubst du, wieviele selbst ernannte Individual-Reisende in Bangkok nicht aus der Khao-San-Road herauskommen, und sogar ein popeliges Busticket dort kaufen, welches man genauso am Busbahnhof bekommt? Nimm diesen Leuten ihren Lonely Planet oder ihren Loose weg, und sie finden sich nicht mehr zurecht. Da wird sogar eifrig darin geblättert, wenn man etwas essen möchte. Hauptsache, man fühlt sich individuell und ist kein Pauschaltourist, der ja angeblich eh nichts vom Land sieht und nur sein Hotel kennt.

  2. Hallo Markus! 🙂

    Natürlich war mein Artikel sehr subjektiv geschrieben. Alleridngs gibt es diese Pauschaltouristen nunmal und oftmals diese sind verantwortlich dafür, dass wertvolles Land, die Umwelt und die vorherrschende Natur einfach zerstört wird, damit das nächste großartige Prunkhotel dort einziehen kann, obwohl es davon schon dutzende gibt. Diese MEntalität ist es, die ich unterschwellig ankreide, die ich madig zu reden versuche. Dazu stehe ich 🙂

    Was ich mir leisten kann und nicht – das spielt für meinen Urlaub keine Rolle. JEder hat eigene Vorstellungen von einem schönen Urlaub, da hast du recht. Aber für mich bedeutet Urlaub eben „Leben“, „Erfahrung“ und „Lebenshunger“ – nicht zu vergleichen mit Entspannung und Erholung, was sich die meisten ja eher darunter vorstellen. Diese wollte ich mit meinem Artikel allerdings auch nicht ansprechen.

    Und diese selbst ernannten Indivdiualreisende – komm, darüber müssen wir nun doch kein ernsthaftes Wort verlieren, oder?
    Die finde ich genau wie du mehr als lächerlich.

    Lieben Gruß dir und danke für deinen Kommentar!