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	<description>Die schönsten Reisen</description>
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		<title>Das Programm der Kieler Woche 2024: Ein Fest für alle Sinne</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Jun 2024 16:09:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Europa]]></category>
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		<category><![CDATA[Kieler Woche 2024]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Kieler Woche, das weltweit größte Segelsportereignis und das größte Sommerfest Nordeuropas, steht 2024 wieder vor der Tür. Vom 22. bis zum 30. Juni wird die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt Kiel erneut zum Anziehungspunkt für Segelsportler und Besucher aus aller Welt. Das...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kieler Woche, das weltweit größte Segelsportereignis und das größte Sommerfest Nordeuropas, steht 2024 wieder vor der Tür. Vom 22. bis zum 30. Juni wird die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt Kiel erneut zum Anziehungspunkt für Segelsportler und Besucher aus aller Welt. Das diesjährige Programm verspricht eine Mischung aus sportlichen Highlights, kulturellen Darbietungen und kulinarischen Genüssen.</p>
<h2>Segelsport im Mittelpunkt</h2>
<p>Wie jedes Jahr bildet der Segelsport das Herzstück <a href="https://www.kieler-woche.de/" target="_blank" rel="noopener">der Kieler Woche</a>. Seglerinnen und Segler aus mehr als 50 Nationen werden erwartet, um in verschiedenen Klassen um den Sieg zu kämpfen. Die Regatten auf der Kieler Förde bieten sowohl Einsteigern als auch Profi-Seglern eine Plattform. Besonders spannend wird das Finale der Olympic Classes, bei dem sich die besten Segler für die Olympischen Spiele empfehlen. Auch der internationale Marine-Kutterwettbewerb verspricht wieder spannende Rennen.</p>
<h2>Musikalische Vielfalt</h2>
<p>Musikliebhaber kommen bei der Kieler Woche ebenfalls voll auf ihre Kosten. Zahlreiche Bühnen in der Innenstadt und an der Kieler Förde bieten ein abwechslungsreiches Programm. Von lokalen Bands bis hin zu internationalen Stars ist für jeden Geschmack etwas dabei. Besonders hervorzuheben ist das Open-Air-Konzert auf der Krusenkoppel, das jedes Jahr tausende Besucher anzieht.</p>
<h2>Kulinarische Genüsse</h2>
<p>Ein weiteres Highlight der Kieler Woche ist das vielfältige kulinarische Angebot. Zahlreiche Stände und Food-Trucks bieten Köstlichkeiten aus aller Welt an. Von traditionellen Fischbrötchen und Labskaus bis hin zu exotischen Spezialitäten ist alles vertreten. Der internationale Markt auf dem Rathausplatz ist ein Muss für Feinschmecker, die neue Geschmacksrichtungen entdecken möchten.</p>
<h2>Kulturelle Veranstaltungen</h2>
<p>Die Kieler Woche ist nicht nur ein sportliches und musikalisches Event, sondern auch eine Plattform für kulturelle Darbietungen. Theateraufführungen, Kabarett und Straßentheater sorgen für ein abwechslungsreiches Programm. Ein besonderes Highlight ist die Windjammerparade, bei der eine große Anzahl traditioneller Segelschiffe und moderne Yachten die Kieler Förde hinuntersegeln und ein beeindruckendes Bild bieten.</p>
<h2>Familienfreundliches Programm</h2>
<p>Auch für Familien gibt es viel zu erleben. Die <a href="https://www.kieler-woche.de/de/event/spiellinie.php" target="_blank" rel="noopener">Spiellinie auf der Krusenkoppel</a> bietet täglich kreative Mitmachaktionen für Kinder. Vom Basteln und Malen bis hin zu aufregenden Abenteuerspielen ist für jede Altersgruppe etwas dabei. Zudem sorgt ein Riesenrad für einen spektakulären Blick über die Stadt und die Förde.</p>
<h2>Nachhaltigkeit im Fokus</h2>
<p>Die Kieler Woche setzt 2024 verstärkt auf Nachhaltigkeit. Zahlreiche Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Veranstaltung umweltfreundlicher zu gestalten. Dazu gehören die Nutzung von wiederverwendbaren Pfandbechern und Tellern, verstärkte Mülltrennung sowie die Förderung der Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.</p>
<h2>Traditionelles Großereignis im Norden</h2>
<p>Die Kieler Woche 2024 verspricht ein buntes und abwechslungsreiches Programm für alle Altersgruppen und Interessen. Ob Segelsportfan, Musikliebhaber, Feinschmecker oder Kulturbegeisterter – hier kommt jeder auf seine Kosten. Die Mischung aus sportlichen Wettbewerben, musikalischen Highlights, kulinarischen Genüssen und kulturellen Veranstaltungen macht die Kieler Woche zu einem unvergesslichen Erlebnis.</p>
<p>Bildnachweis: Pixabay, 260290, UweDigital</p>
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		<title>Grüne Natur voller Inspiration: Urlaub im Bregenzerwald</title>
		<link>https://www.123-und-weg.de/gruene-natur-voller-inspiration-urlaub-im-bregenzerwald/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Travel Guide]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 May 2022 14:36:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[TOP-Ziele]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Frische Bergluft atmen und dabei maximal entspannen: Das verspricht ein Urlaub in der abwechslungsreichen Region rund um den Bregenzerwald. Es ist vor allem der Mix aus ländlicher Entspanntheit, anspruchsvoller Kultur und kulinarischen Köstlichkeiten, der nachhaltig begeistert. So genießen Urlauber in...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Frische Bergluft atmen und dabei maximal entspannen: Das verspricht ein Urlaub in der <strong>abwechslungsreichen Region rund um den Bregenzerwald</strong>. Es ist vor allem der Mix aus ländlicher Entspanntheit, anspruchsvoller Kultur und kulinarischen Köstlichkeiten, der nachhaltig begeistert. So genießen Urlauber in den schmucken Dörfern ein lebendiges Miteinander, bei der gleichermaßen Raum für Ruhe und Bewegung bleibt.</p>
<h2>Facettenreiche Ferienregion im westlichen Vorarlberg</h2>
<p><a href="https://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.b/b727754.htm" target="_blank" rel="noopener">Der Bregenzerwald im Bundesland Vorarlberg</a> gehört aus geologischer Sicht noch dem Gebirgstypus der Ostschweiz an. Dennoch ist das Gebiet weit mehr als nur ein Wald. Stattdessen gehen grüne Hügel in Alme und Flusstäler über. Jedes Jahr lockt die gebirgige Kulisse Naturfreunde und Aktivsportler an, die in einem der 23 Dörfer übernachten. Schon deshalb ist der Tourismus im Bregenzerwald allgegenwärtig und <a href="https://vorarlberg.at/documents/302033/473174/Raumbild+Vorarlberg+2030+-+Zukunft+Raum+geben.pdf/ad4edfde-c623-6007-12f3-c9e571d9735a" target="_blank" rel="noopener">punktet mit Nachhaltigkeit und Regionalität</a>. Wer in die Region kommt, <a href="https://www.123-und-weg.de/individualurlaub-in-zeiten-von-covid-19/">möchte in einem Individualurlaub</a> etwas erleben und gleichzeitig die Seele baumeln lassen. Deshalb sind Tage voller <strong>Wellness-Anwendungen und abenteuerreichen Höhlentouren im Bregenzerwald kein Widerspruch</strong>.</p>
<h2>Die Vielfalt der 23 Dörfer im Bregenzerwald</h2>
<p>Die <strong>Bregenzer Dörfer mit rund 32.000 gastfreundlichen Menschen</strong> sind für ihre bäuerliche Tradition und Kultur bekannt:</p>
<ul>
<li>In der Mitte des Waldes liegt <strong>Andelsbuch mit seinen rund 2.500 Einwohnern</strong>. Auf mehr als 613 Metern Höhe beeindrucken die alten und neuen Holzbauwerke. Zudem richtet das Dorf im Abstand von jeweils drei Jahren eine sehenswerte Handwerkerausstellung in verschiedenen örtlichen Werkstätten aus.</li>
<li>Der <strong>größte Ort im Bregenzerwald</strong> heißt Egg. Eine Besonderheit des Ortes sind die Brücken, über die man das Ortszentrum erreicht. 560 Meter hoch gelegen, ist Egg ein guter Ausgangspunkt für Rad- und Mountainbiketouren.</li>
<li>Hittisau ist für seine Kirche im klassizistischen Stil bekannt. Im Inneren erwartet die Besucher <strong>ein Deckengemälde Winston Churchills</strong>, den ein Maler namens Waldemar Kolmsberger 1941 verewigte. Zudem findet sich in dem Ort das in Österreich einzige Frauenmuseum, das die Lebensumfelder der Frauen dokumentiert.</li>
<li>Die kleine Gemeinde Krumbach zog vor Jahren internationale Aufmerksamkeit an sich, als sie <strong>Architekten sieben Bushaltestellen gestalten</strong> ließ. An dem Projekt, das originelle Ergebnisse hervorbrachte, wirkten renommierte Architekten aus aller Welt mit. Bis heute gilt es als „Disziplin“, in Krumbach von Busstation zu Busstation zu gehen.</li>
<li>In Schoppernau <strong>verbergen sich zahlreiche Kleinode</strong>: Etwa der „Umgang Bregenzerwald“-Dorfrundgang, der bis nach Au führt. Ebenso sehenswert ist die Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Jagdvilla „Villa Maund“, die für private Events gemietet werden kann. Zudem wartet die 1.000-Einwohner-Ortschaft mit schönen Übernachtungsmöglichkeiten auf. Besonders <a href="https://www.hirschen.at/de" target="_blank" rel="noopener">ein Hotel in Schoppernau ist sehr empfehlenswert</a> &#8211; das Hirschen, das mit einer Gourmetküche und wohltuenden Wellness-Angeboten aufwartet.</li>
<li>Die Spuren der Walser können neugierige Urlauber <strong>in den Ortschaften Schröcken und Warth entdecken</strong>. Dazu sind Themenwege entlang der Dörfer gedacht. In Warth findet darüber hinaus jährlich ein abwechslungsreicher Weihnachtsmarkt statt. Neben handgemachten, regionalen Produkten bieten Händler dort traditionelle kulinarische Köstlichkeiten an, etwa das Walser Raclette.</li>
</ul>
<h2>Gaumenfreuden im Bregenzerwald</h2>
<p>Die Bregenzerwälder Region verwöhnt, wann immer möglich, ihre Gäste herzlich mit traditionellen Spezialitäten. Ganz oben auf der Liste der Köstlichkeiten stehen neben Fleisch und Kräutern <a href="https://www.bregenzerwald.at/wissenswertes/genussregion-bregenzerwald/" target="_blank" rel="noopener">Alpen- und Bergkäse</a>. Davon werden rund 200 Tonnen Alpkäse in den Sommermonaten von Hand geschöpft. Eine Besonderheit an dieser Käsesorte stellt die silofreie Milch dar. Anstelle von Silofutter ernähren sich die Kühe im Sommer von Kräutern und Gras, im Winter von Heu. Inzwischen sind die geschmackvollen Käsesorten selbstverständlich in <strong>den erstklassigen Restaurants im Bregenzerwald angekommen</strong>. Kulinarische Feinschmecker können die Köstlichkeiten zudem mit einer Wanderung verbinden. In der Region – etwa im <strong>Alpgebiet von Mellau</strong> – werden spezielle Wanderungen mit Verköstigungen angeboten. Eine solche Tour beginnt mit einem herzhaften Frühstück und führt entlang der Wanderwege an Alpengasthäusern vorbei, die regionale Spezialitäten auftischen.</p>
<p>Typisch für den Bregenzerwald sind naturnahe Mischwälder. Insgesamt ist die Landschaft sehr abwechslungsreich: Urlauber wandern auf aussichtsreichen Bergen sowie an malerischen Seen und Flüssen entlang.</p>
<h2>Aktivitäten in der Natur: Wandern, Klettern und Mountainbiking</h2>
<p><a href="https://www.123-und-weg.de/aktivurlaub-in-europa-sportliche-moeglichkeiten/" target="_blank" rel="noopener">Aktivsportler im Urlaub</a> finden in der Region <strong>mehr als 1.500 Kilometer Wanderwege vor</strong>, die durch eine malerische Landschaft führen. Kreative Wanderwege sind ebenso vertreten wie ein Rundwander- oder Themenwanderweg mit 14 Stationen, der den Besuchern die Alpwirtschaft näherbringt. Radfahrer hingegen können sich in den Ortschaften Räder ausleihen und damit die Täler durchfahren. In Egg, aber auch Bizau oder Schoppernau gibt es Rückgabestandorte. Auch Mountainbiker können sich an herausfordernden oder gediegenen Routen versuchen – eine führt beispielsweise durch Egg bis zum Ebenwald.</p>
<p>Mitte Juni ist <strong>für Wassersportler die ideale Reisezeit gekommen</strong>. In diesem Monat werden die „Wälder Kajak Tage“ veranstaltet, weshalb etliche Wildwasserpaddler in der Region aufschlagen. Auch Kletterer haben im Bregenzerwald vielfältige Möglichkeiten, um ihrer Passion nachzugehen: Sie können beispielsweise Klettersteige in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden passieren oder den Klettergarten <strong>Bürstweg ausprobieren. Wer im Urlaub das (aktive) Abenteuer sucht, unternimmt eine geführte Höhlentour. Ein Angebot führt beispielsweise in die Schneckenlochhöhle, die vor mehr als 400 Jahren entdeckt wurde. Eine solche Tour, bei der die Abenteurer auch Tropfsteine und einen Wasserfall entdecken, dauert rund fünf Stunden. </strong></p>
<div id="attachment_31498" style="width: 910px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-31498" class="wp-image-31498 size-full" src="https://www.123-und-weg.de/wp-content/uploads/gebrige.jpg" alt="" width="900" height="600" /><p id="caption-attachment-31498" class="wp-caption-text"><em>Der Bregenzerwald gehört zu den niederschlagsreichsten Regionen der Alpen. Da im Winter durchschnittlich bis zu 10 Meter Schnee fallen, zieht das Gebiet Wintersportler an.</em></p></div>
<h2>Land und Leute im Bregenzerwald: Wo Natürlichkeit auf Tradition trifft</h2>
<p><strong>Dass </strong>Bregenzerwälder als eigenwillige und selbstbewusste Zeitgenossen bekannt sind, <strong>hängt mit ihrer Geschichte zusammen</strong>. Denn einst gehörte das Tal dem Grafen von Bregenz. Viele Rechte oblagen dem Kloster, als auch dem niederen Adel. Nach 1340 entwickelte sich zudem eine “Bauernrepublik”, in der ein starker gemeinschaftlicher Zusammenhalt herrschte. Bis heute spiegelt sich die geschichtliche Tradition in der Handwerkskunst und den erhaltenen Bauwerken wieder. Ein weiteres Brauchtum ist die <strong>Juppe, eine schöne und elegante Tracht aus der Region</strong>. Sie wird reich bestickt zu unterschiedlichen Anlässen wie Kirchgängen, Hochzeiten oder Beerdigungen getragen. Bis heute vererben die Bregenzerwälder ihre Frauentrachten sowie die nicht minder schönen Kopfbedeckungen an die nächste Generation weiter. Obwohl die Bevölkerung stolz auf ihre Wurzeln ist, zeigt sie sich offen für Neues. Und so erleben die Gäste im Bregenzerwald ein herzliches Willkommen, das auch nach dem Urlaub lange in Erinnerung bleibt.</p>
<p>Bild 1: pixabay.com, webentwicklerin, 4941968<br />
Bild 2: pixabay.com ,guenthermeusburger, 4060199</p>
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		<title>Wolle, Wärme und Wandern im Sarntal</title>
		<link>https://www.123-und-weg.de/wolle-waerme-und-wandern-im-sarntal-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Travel Guide]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jun 2020 17:45:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[TOP-Ziele]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sarnthein &#8211; Sarner Toppar sind urgemütliche, handgefertigte Hausschuhe &#8211; und eine Beleidigung. «Toppar, kein nettes Wort. Früher wurde gesagt, die Sarner wären immer fünf Jahre hinterher», erklärt Albert Unterweger in seiner Werkstatt, deren Oberlichter den Blick auf Südtiroler Almwiesen und...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sarnthein &#8211; Sarner Toppar sind urgemütliche, handgefertigte Hausschuhe &#8211; und eine Beleidigung. «Toppar, kein nettes Wort. Früher wurde gesagt, die Sarner wären immer fünf Jahre hinterher», erklärt Albert Unterweger in seiner Werkstatt, deren Oberlichter den Blick auf Südtiroler Almwiesen und Wälder freigeben.</p>
<p>Tatsächlich wirkt die<br />
<a href="https://www.unterweger.bz/de" style="EXTERNAL-LINK">Wollmanufaktur</a> fortschrittlich. Und das trotz betagter Maschinen, von denen eine «so alt wie der Papa ist» &#8211; 85 Jahre. Vater Josef war es auch, der in einer Zeit, als alle anderen aufhörten, als Handweber 1968 den Betrieb gründete. «Nachhaltigkeit» ist das Schlagwort, das Albert Unterweger häufig benutzt. Geduldig erklärt er, wie bei ihm die Sarner Jangger (Jacken), Teppiche, Kissen und noch einiges mehr entstehen &#8211; beliebte Mitbringsel.</p>
<p>Wolle von einheimischen Schafen</p>
<p>Unterweger klaubt ein Bündel verarbeitete Schafswolle hervor. Gut fühlt es sich an, minimal ölig. «Bei unserem Waschprozess bleibt etwas Restfett, das ist gut für die Verarbeitung», also fürs Kämmen, Spinnen, Verstricken und Nähen.</p>
<p>Der Südtiroler ist stolz auf seine Produkte. «Die Wolle ist ein Geschenk.» In diesem Fall von ausschließlich heimischen Schafen. «Solange es Leute gibt, denen das bewusst ist, können wir das machen.» Das Geschäft sei eine kleine Nische. Der Sarner Jangger ist in Schnitt und Modell traditionell geblieben.</p>
<p>Das wohltuende Öl der Latschenkiefer</p>
<p>Ein echtes regionales Naturprodukt sind auch die Öle des<br />
<a href="https://eschgfeller.eu/de" style="EXTERNAL-LINK">Familienunternehmens Eschgfeller</a>. Latsche, Weißkiefer, Lärche, Fichte, Wacholder, Zirbe und Weißtanne landen hier nach dem Destillationsprozess, den man auch besichtigen kann, 100 Prozent naturrein und biozertifiziert in Flaschen und Flakons.</p>
<p>Die Familie exportiert 2000 Liter Öl jährlich nach Deutschland und Österreich. Ein Teil wird im Wellnessbereich des eigenen Betriebs genutzt &#8211; etwa beim «Original Sarntaler Latschenkiefernbad».</p>
<p>Mit Heugabel und in Gummistiefeln wirkt Christine Eschgfeller keinesfalls wie eine konventionelle Kosmetikerin. Unter dem Holzüberstand in freier Natur legt sie ihre Kundschaft in das Material, das vom Latschenölbrennen übrig bleibt. 50 bis 60 Grad warm ist das wohlige Bett aus den vom Wasserdampf erhitzten Nadeln, Zweiglein und Holzstückchen. Der Geruch liegt irgendwo zwischen ofenfrischen Zimtschnecken und würzig-orientalischem Tabak. Der Blick fällt auf schneegesprenkelte Bergrücken und saftig grüne Wiesen. Natur-Wellness nach Sarntaler Art.</p>
<p>Wanderrouten im Sarntal</p>
<p>So viel Erholung macht fit für den Berg, immer den Latschen auf der Spur. Die Kabinenbahn schwebt zur Bergstation Pichlberg auf 2130 Meter: Startpunkt des Urlesteigs. Da surren Wasserräder geschäftig zwischen Latschenwäldchen im Gebirgsbach, Teiche können mit dem Floß gequert werden, und ein Latschenlabyrinth verspricht Abenteuer.</p>
<p>Ebenso familientauglich ist der Rundweg um den Durnholzer See: Natur pur mit Blick auf die Kirche und Almblumenidyll.</p>
<p>Außerdem kann man ab der Sarner Skihütte auf 1618 Meter über die Auener Alm mit netter Gastschenke zu den Stoanernen Mandln auf der Großen Reisch aufbrechen, eine gut 2000 Meter hohe Bergkuppe. Oben wartet eine Steingestalten-Armee samt imposantem Dolomitenblick.</p>
<p>Weniger alpin, aber ebenso abwechslungsreich ist der Sagenweg in Aberstückl. Schülerinnen und Schüler der lokalen Grundschule haben den Weg gemeinsam mit Forstbehörde und Tourismusverein gestaltet. Schmale Pfade, Weiden, Holzbrücken, Wasserfälle, Geröllfelder und immer wieder liebevoll erdachte Stationen zur Sagenwelt der Region.</p>
<p>Eine ganz besondere Handwerkskunst</p>
<p>Zurück im Tal markiert ein Pfau lautstark sein Revier auf einem der vielen pittoresken Höfe der Region. Pfauenfedern sind das Ausgangsmaterial eines weiteren traditionellen Gewerks im Sarntal.<br />
<a href="https://www.federkielstickerei.com/" style="EXTERNAL-LINK">Federkielsticker Ulrich Thaler</a> streicht im Untergeschoss des Familienbetriebs locker über ein Bündel Federn. «Im Juli, August verliert der Pfau die Federn, dann kommen wir beziehungsweise die Bauern und sammeln sie auf», erklärt er. Verwendet werden Federn von 80 bis 90 Zentimetern Länge aufwärts. In Feinarbeit werden je sechs bis acht Stickfäden gemacht &#8211; die Federkiele. Diese werden dann durch mit spitzer Ahle vorgestochene Löchlein zu filigranen Motiven auf Rinds- und Kalbslederprodukte verstickt.</p>
<p>Trachtengürtel zum Preis eines Kleinwagens</p>
<p>«Seit etwa 250 Jahren gibt es das Handwerk der Federkielstickerei. Wir haben immer noch die gleiche Arbeitstechnik wie damals», berichtet Thaler. Der Fachmann zeigt auf einen opulent bestickten Trachtengürtel. «100 Arbeitsstunden, der ist etwa 5000 Euro wert. Wenn wir ganz aufwendig sticken, kann es den Preis eines Kleinautos haben.» Solche Gürtel sind Statussymbole und Erbstücke. Sie werden von Schützengesellschaften, Musikgruppen und Trachtenvereinen bestellt. Lieferzeit der Schmuckstücke: durchaus mal zwei Jahre.</p>
<p>Schneller geht es bei Bestellungen des zweiten Hauptsektors der Federkielsticker &#8211; auf personalisierte Geldbörsen oder Schlüsselanhänger wartet man rund acht Wochen.</p>
<p>«Ein arbeitsames Tal mit arbeitsamen Leuten», so beschreibt Handweber Albert Unterweger seine 7000-Einwohner-Heimat, flächenmäßig die größte Gemeinde Südtirols. Die frühere Abgeschiedenheit des Sarntals hat seine Bewohner offenbar erfinderisch und das Haushalten mit Ressourcen zur Prämisse gemacht. Etwas, wovon Familien heute lernen können. Man nennt es Nachhaltigkeit.</p>
<p>Info-Kasten: Sarntal</p>
<p>Reiseziel: Das Sarntal ist ein etwa 45 Kilometer langes Alpental in Südtirol zwischen dem Penser Joch und der Stadt Bozen. Es liegt in den gleichnamigen Sarntaler Alpen.</p>
<p>Adressen: Wollmanufaktur Unterweger, Europastraße 27/D, 39058 Sarnthein, Italien (Tel.: +39/(0)471 62 00 40, info@unterweger.bz). Eschgfeller Natur Erleben, Unterreinswald 17, 39058 Sarntal, Italien (Tel.: +39/(0)471 62 51 38, E-Mail: info@eschgfeller.eu). Federkielstickerei Thaler, Rohrerstraße 41, 39058 Sarnthein, Italien (Tel.: +39/(0)471 62 32 58, E-Mail: info@federkielstickerei.com). Vor dem Besuch noch einmal die Öffnungszeiten prüfen.</p>
<p>Informationen: Tourismusverein Sarntal, Kirchplatz 9, 39058 Sarnthein, Italien (Tel.: +39/(0)471 62 30 91, info@sarntal.com, www.sarntal.com).</p>
<p><br />
(dpa/tmn)</p>

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		<title>Die Outer Banks in North Carolina</title>
		<link>https://www.123-und-weg.de/die-outer-banks-in-north-carolina-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Travel Guide]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 May 2020 22:24:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[TOP-Ziele]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Corolla &#8211; Verreisen geht wegen der Corona-Pandemie erstmal für unbestimmte Zeit nicht &#8211; doch es spricht ja nichts dagegen, sich schon jetzt ein paar Gedanken über den nächsten Urlaub zu machen. Wie wäre es zum Beispiel mal mit einer Tour...</p>
<p>The post <a href="https://www.123-und-weg.de/die-outer-banks-in-north-carolina-3/">Die Outer Banks in North Carolina</a> appeared first on <a href="https://www.123-und-weg.de">123-und-weg.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Corolla &#8211; Verreisen geht wegen der Corona-Pandemie erstmal für unbestimmte Zeit nicht &#8211; doch es spricht ja nichts dagegen, sich schon jetzt ein paar Gedanken über den nächsten Urlaub zu machen. Wie wäre es zum Beispiel mal mit einer Tour über die Outer Banks in North Carolina?</p>
<p>Sorgfältig navigiert Tom Baker den offenen Bus durch die Dünen nördlich von Corolla. Immer wieder muss er ordentlich Gas geben, um im weichen Sand über die Hügel auf den nördlichen Outer Banks in North Carolina zu kommen. Tom ist auf einer Mission. Er sucht die Wildpferde, die hier hinter den Dünen und am Strand leben.</p>
<p>Die Outer Banks sind eine Reihe von Barriere-Inseln vor der Küste von North Carolina im Atlantik. Sie reichen von Corolla an der Grenze zu Virginia bis nach Cape Lookout im Süden.</p>
<p>Tom Baker ist der Typ Haudegen. Solange er in dem windigen Wetter nach den Pferden sucht, erzählt er über sie. Spanische Mustangs seien das, reinrassig. Eigentlich noch so, wie sie vor 500 Jahren von einer gestrandeten spanischen Galeere schwammen und sich hier in den Dünen ansiedelten. Das Schiff ereilte das Schicksal vieler Boote, die hier anlanden wollten: «Man nennt die Outer Banks den Friedhof des Atlantiks, weil es zahlreiche unterirdische Sandbänke gibt, auf die immer wieder Schiffe aufgelaufen sind», erzählt Baker.</p>
<p>«Das Gebiet hier oben gehört den Mustangs», sagt Baker. Straßen gibt es nicht, außer vereinzelten Häusern wurde nichts gebaut. Das Problem bei dieser Tour am frühen Morgen: Der Wind kommt von Nordost &#8211; und wenn er aus dieser Richtung kommt, ist er steif und kalt. «Die Pferde verstecken sich &#8211; unter den stacheligen Büschen und Bäumchen, windgeschützt in den Gärten der Häuser.»</p>
<p>Ein charmanter Maulesel</p>
<p>Plötzlich herrscht Aufregung im Hummer: Ein Passagier hat etwas gesehen. «Das ist Raymond», sagt Baker erleichtert. Kein Mustang, ein Maulesel. «Aber er denkt, er ist ein Pferd &#8211; und schart die Ladies um sich.» Tatsächlich haben sich mit Raymond noch drei Mustang-Damen hinter einem Haus versteckt, die er schließlich zum Strand treibt. «Man sieht die Pferde oft am Strand und sogar im Wasser», erzählt Tom. «Dort kühlen sie sich an heißen Tagen im Meer ab.»</p>
<p>Den Wind mögen die Tiere nicht so gerne, wobei dieser auf den Inseln eine Konstante ist &#8211; und der Hauptgrund, aus dem die Brüder Wilbur und Orville Wright 1902 nach Kill Devil Hills aufbrachen.</p>
<p>Die beiden besaßen einen Fahrradladen in Ohio, und sie waren fasziniert von dem, was Otto Lilienthal in Deutschland ausprobierte: fliegen. Sie rechneten und probierten, bauten Teile und rechneten weiter. Schließlich machten sie sich auf die Suche nach einem Ort, an dem es windig ist, mit viel weichem Sand.</p>
<p>Flugversuche am Strand</p>
<p>Die Brüder entschieden sich für Kill Devil Hills. Sie begaben sich auf die lange Reise aus dem Mittleren Westen in die Südstaaten. Orville und Wilbur waren besessen von dem Gedanken, dass der Mensch fliegen kann, und richteten sich am Strand ein.</p>
<p>Am 17. Dezember 1903 gelangen ihnen schließlich vier Flüge. Der längste davon überwand eine Strecke von 852 Fuß, knapp 300 Meter, in 59 Sekunden. Damit war der Versuch geglückt, sogar ein Foto hatte ein Helfer geschossen. Doch die Zeitungen, an die sie ihre Sensation telegrafierten, sprangen nicht auf die Geschichte an.</p>
<p>So vergingen noch einige Jahre, bis die Fliegerei weiterentwickelt wurde und zum modernen Verkehrsmittel avancierte &#8211; ganz so, wie es die Brüder immer geahnt hatten.</p>
<p>«First in Flight» steht noch heute auf den Nummernschildern der Autos, die in North Carolina zugelassen sind. In dem Bundesstaat in der Ostküste der USA wurde nicht nur zum ersten Mal geflogen. Es gibt auch noch ein paar andere «Firsts».</p>
<p>Bier nach deutschem Reinheitsgebot</p>
<p>Uli Bennewitz hat seine Premiere selbst in die Wege geleitet. Der Landwirt aus Bad Feilnbach ging in den 1970er-Jahren in die USA. Damals kaufte und verwaltete Land in North Carolina. Irgendwann standen ein paar Hektar in Manteo zum Verkauf. «Prima, da mache ich eine Brauerei auf», dachte der Bayer sich. Das Problem: In North Carolina, einem Staat mitten im sogenannten Bible Belt, war es damals verboten, Alkohol direkt an Konsumenten zu verkaufen.</p>
<p>Die Politiker allerdings fanden die Idee gut, vor Ort ein Bier nach deutschem Reinheitsgebot zu bekommen und änderten kurzerhand das Gesetz. «Heute gehört der Staat zu denen, die die meisten Mikro-Brauereien haben», sagt Bennewitz.</p>
<p>Inzwischen sind die Brauerei und die Gaststätte, die er<br />
Weeping Radish (weinender Rettich) genannt hat, nach Grandy umgezogen. In Manteo hatte er immer wieder expandiert, schließlich war zu wenig Platz da. «Ich muss immer wieder die Geschichte erzählen, wie wir im Biergarten den Radi mit Salz essen und am liebsten das salzige Wasser auftunken, das rausläuft», sagt Bennewitz mit einem Grinsen.</p>
<p>Regionale Küche liefern die Fischer, die entlang der Küste der Outer Banks und weiter im Süden ihren Fang an Land bringen. In vielen kleinen Orten kann man die Shrimps, Krabben und Fische direkt vom Fischer kaufen. Oder sich die Meeresfrüchte gleich in einem kleinen, einfachen Restaurant zubereiten lassen.</p>
<p>Eine Gegend wie aus einem Roman</p>
<p>Mustangs, ein Stelzenhaus in Rodanthe, die unberührte Natur auf den südlichen Outer Banks, Fischer und andere besondere Menschen in North Carolina &#8211; ganz fremd kommt dem Besucher das alles nicht vor. Zumindest jenen nicht, die sich für die Schmonzetten von Nicholas Sparks begeistern können. Der Autor lebt seit Jahrzehnten in dem Staat &#8211; viele seiner Romanverfilmungen spielen dort.</p>
<p>Die Outer Banks in North Carolina</p>
<p>Klima und Reisezeit: North Carolina hat warme Sommer und kurze, milde Winter. Der Atlantik sorgt für angenehmes Klima auf den Outer Banks, im Sommer weht immer ein kühlender Wind. Die Hauptreisezeit ist zwischen Memorial Day (letzter Montag im Mai) und Labor Day (1. Montag im September). Im Rest des Jahres geht es deutlich ruhiger zu, nicht alle Restaurants, Touranbieter und Geschäfte sind geöffnet.</p>
<p>Anreise: Der Flughafen Raleigh/Durham ist mit Umsteigen erreichbar, bis zu den Outer Banks sind es von dort etwa vier Stunden mit dem Auto. Alternativ per Direktflug in die Hauptstadt Washington und dann mit einem Mietwagen in etwa fünf Stunden zu den Inseln.</p>
<p>Informationen: Visit North Carolina, c/o Lieb Management, Bavariaring 38, 80336 München (Tel.: 089/68 90 63 860, E-Mail: northcarolina@lieb-management.de, www.visitnc.com).</p>
<p><br />
(dpa/tmn)</p>

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		<title>Abenteuer Zentralschweiz: Durch das Karst im Entlebuch</title>
		<link>https://www.123-und-weg.de/abenteuer-zentralschweiz-durch-das-karst-im-entlebuch-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Travel Guide]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Apr 2020 18:30:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[TOP-Ziele]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sörenberg &#8211; Verreisen geht wegen der Corona-Pandemie erstmal für unbestimmte Zeit nicht &#8211; doch es spricht ja nichts dagegen, sich schon jetzt ein paar Gedanken über den nächsten Urlaub zu machen. Wie wäre es zum Beispiel mal mit einer Tour...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sörenberg &#8211;</p>
<p>Verreisen geht wegen der Corona-Pandemie erstmal für unbestimmte Zeit nicht &#8211; doch es spricht ja nichts dagegen, sich schon jetzt ein paar Gedanken über den nächsten Urlaub zu machen. Wie wäre es zum Beispiel mal mit einer Tour durch den Naturpark Entlebuch in der Zentralschweiz?</p>
<p>Zielstrebig geht Pius Schnider den steilen Trampelpfad hinauf. Vor einer Fichte hält er an. Am Boden vor dem Stamm türmt sich ein kleiner Hügel auf. Schwarze Punkte wuseln darauf herum. Schnider legt eine Hand in das Gewimmel, sofort krabbeln die Waldameisen auf der Haut des Tourenführers herum. «Das ist wie eine Massage», schwärmt Schnider. Die kleinen Tiere klammern.</p>
<p>Die Wandergruppe ist an diesem Tag mit Schnider im Schrattenfluh unterwegs. So heißt das Karstgebirge am Rand der Unesco-Biosphäre Entlebuch. Der Naturpark liegt in der Zentralschweiz, zwischen Luzern und Bern. Das Schrattenfluh ist mit seinen markanten Felsen eines der Wahrzeichen dieser Gegend, und kaum einer kennt sich hier so gut aus wie Pius Schnider, der nun seine Begleiter auffordert, sich ebenfalls eine Ameisenmassage zu gönnen.</p>
<p>Schon krabbeln die Tiere über die Finger. Angenehmes Zwicken. Fühlt sich in etwa so an, als würde sich eine Brausetablette auf der Haut auflösen. Die Ameisen klammern nicht nur, sie verspritzen auch Säure. In kleinen Mengen sei sie heilend, erklärt Schnider. Und belebend: «Ein natürliches Doping.»</p>
<p>Bei dem Tourenführer scheint die Ameisensäure gut zu wirken. Er geht zackig und erläutert enthusiastisch, was er am Wegesrand sieht &#8211; etwa den Bärlapp, dessen Sporen für Explosionseffekte genutzt werden. Oder den Seidelbast, dessen Früchte Johannisbeeren ähneln, die aber beim Verzehr zu Herzlähmung führen können. «Nicht anfassen.»</p>
<p>Leckere Heidelbeeren zum Selbstpflücken</p>
<p>Zugreifen erlaubt ist dagegen bei den zahlreichen Heidelbeeren, die hier in der Karstlandschaft fast überall wachsen. Von den Moorbeeren, die fast genauso aussehen, nimmt man lieber nicht zu viel. «Das gibt einen Rausch», sagt Schnider. Um keinen falschen Schritt zu machen, sind ungetrübte Sinne bei dieser Wanderung sicher von Vorteil.</p>
<p>Durch den zerklüfteten Felsen ziehen sich metertiefe schmale Spalten. Regnet es auch noch wie an diesem Tag, steigt die Gefahr abzurutschen. Hier, wo noch Sträucher und Bergföhren wachsen, sind die Steine runder abgeschliffen. Weiter oben gibt es nur noch Karst. Und das ist zum Teil messerscharf. Dort passieren Schnider zufolge auch die meisten Verletzungen.</p>
<p>Die Höhle unter dem Kuhstall</p>
<p>Statt weiter hinauf geht es nun wieder nach unten. Den gullyähnlichen Deckel neben einem Kuhstall könnte man fast übersehen. Doch er ist der Zugang zu einer eigenen Welt: Durch eine schmale Röhre führt eine Treppe acht Meter tief in die Sihlwängen-Höhle.</p>
<p>Zwar gibt es hier im Karst rund 300 Höhlen, für die Öffentlichkeit zugänglich sind aber nur zwei. Und jetzt steigt die Gruppe in eine von ihnen ab. Jeder trägt einen Helm mit Lampe, dazu kommen einige leistungsstarke Handleuchten, die Schnider verteilt.</p>
<p>Ohne Führer wäre ein Gang durch die 140 Meter lange Höhle sehr gefährlich. Seile zum Festhalten oder installierte Lampen fehlen. Außer ein paar Holzplanken an einigen Stellen auf dem Boden ist hier alles naturbelassen. An einer Tropfstein-Formation hält Schnider inne und sagt: «Das ist der Teufel vom Schrattenfluh.»</p>
<p>Die Geschichte der Entdeckung der Höhle war allerdings ein sehr irdischer Zufall, bei dem der Kuhstall über der Höhle und das natürliche Bedürfnis der Rinder eine wichtige Rolle spielten. Der Bauer jedenfalls wollte einen neuen Güllekasten bauen und grub ein Loch, das plötzlich erstaunlich tief wurde. Das war 1973.</p>
<p>Am Ende der Höhle angekommen, bleibt Schnider stehen. «Auf mein Kommando schalten wir jetzt alle mal das Licht aus und sind eine Minute still.» Was folgt ist eine Dunkelheit, wie sie wohl nur in solch einer tiefen Höhle noch zu finden ist.</p>
<p>Der feine weiße Nebel, der einem hier in der sieben Grad kalten Luft bei jedem Atemzug vor den Augen schwebt: nicht mehr zu sehen. Die Hand vor Augen: nicht zu erkennen. Alles tiefschwarz. Nur das Tropfen von Wasser und das leise Atmen der anderen klingen in den Ohren.</p>
<p>Kneippanlage mit Ausblick</p>
<p>Das Entlebuch bietet aber nicht nur Abenteuer im Karst. Das Wanderwegenetz ist groß und hält auch eine Menge leichter zu bewältigende Strecken bereit. Eine führt von der Gemeinde Flühli hinauf zu einer idyllisch gelegenen Kneippanlage. Ein gemütlicher Fußmarsch, bei dem sich immer wieder der Ausblick hinab ins Waldemmental öffnet.</p>
<p>Maja Zamudio bietet hier Führungen an. Und sie erklärt die wesentlichen Regeln des Kneippens, bei dem man den Körper unter anderem mit kaltem Wasser reizt. «Wer es übertreibt, dem ist am Abend schlecht», sagt Zamudio. «Und dann sagen die Leute, sie wollten nie wieder kneippen.» Damit das nicht passiert, erklären Tafeln in der Anlage die richtige Technik für jene, die ohne Führung herkommen.</p>
<p>Wer mit Kindern in die Gegend rund um das touristische Zentrum Sörenberg reist, findet Abenteuerspielplätze wie das Mooraculum, einen Naturerlebnispark, der rund um die Bergstation einer Gondel angelegt wurde. Oder die Sommerrodelbahn Rischli, die sich einen der typischen Hügel in dieser voralpinen Landschaft hinabzieht.</p>
<p>Erdbeeren vom Bauernhof</p>
<p>Spannend ist ein Besuch im Bauernhof Birkenhof. Hier grasen nicht nur Rinder, sondern wachsen auch Erdbeeren. Besitzer Christian Schnider baut auf zwei Feldern die roten Früchte an und beliefert mit ihnen das ganze Tal. Rentabel sei das nicht, sagt er. Aber es klingt ungewöhnlich und lockt Gäste an. Und vor allem den Kleineren unter ihnen macht es Spaß, Rinder, Schafe und Esel zu füttern.</p>
<p>Dabei gibt es auf einmal ein dumpfes Geräusch am Zaun. Ein Schaf fliegt einen Meter durch die Luft. Kuh Gina hat es zur Seite gerammt. Denn es stand im Weg zwischen ihr und dem leckeren Futter, das es bei den Kindern gibt. Gina ist 13 Jahre alt, was durchaus ein stattliches Alter ist, und deshalb nicht wie die anderen Rinder im Sommer auf den Wiesen weiter oben in den Bergen, wie Schnider erklärt. Hier unten ist sie offensichtlich die Chefin auf der Weide.</p>
<p>Eiger und Jungfrau im Blick</p>
<p>An einem anderen Tag geht es mit der Gondel hinauf zum Brienzer Rothorn. Das ist 2350 Meter hoch und damit der höchste Berg des Kantons Luzern. Der Berg markiert dessen Grenze zu den Kantonen Bern und Obwalden und bietet einen irrsinnigen Ausblick. Irgendwann hat jemand einmal genau nachgezählt: Bei guter Sicht sollen von hier aus 693 andere Gipfel zu sehen sein, darunter Eiger und Jungfrau.</p>
<p>Das Highlight ist aber der Blick hinab zum Brienzersee, der in türkisähnlichem Blau geradezu zu leuchten scheint. Von dessen Ufer aus winden sich die Dampfloks der Rothornbahn auf den Berg hinauf. Schwarzer Rauch zieht dann über die Felsen und Wiesen.</p>
<p>In Richtung Norden dagegen öffnet sich der Blick ins Entlebuch, weiter weg schimmert der Sarnersee. Dorthin führt von Sörenberg aus eine Panoramastraße über einen Pass, der in der Regel zwischen Mai und Ende Oktober geöffnet ist.</p>
<p>«Für Töff-Fahrer in der Schweiz ist die Straße ein Muss», sagt Ueli Mattmann, der beim Management der Biosphäre Entlebuch arbeitet. Doch nicht nur für Motorradfahrer ist die Straße ein Abenteuer.</p>
<p>Ein Pass wie ein Schleichweg</p>
<p>Wer mit dem Auto von Luzern aus über Giswil den Pass Richtung Entlebuch befährt, erlebt zunächst eine Strecke, die eher an einen Schleichweg zu den Bauernhöfen am Berg erinnert. Sie ist eng und sehr kurvig, doch der Ausblick immer wieder atemberaubend. Wem im Auto schnell mal schlecht wird, der fährt lieber von der anderen Seite nach Sörenberg, über die westliche Zufahrtsroute.</p>
<p>Ueli Mattmann sitzt im Restaurant unter dem Gipfel des Brienzer Rothorns. Es gibt Käsespätzle und die Frage steht im Raum, für wen ein Urlaub im Entlebuch das Richtige ist. Mattmann sagt: «Wer auf der Suche nach Action ist, dem wird hier nach einem Tag vielleicht etwas langweilig. Für Familien aber ist es hier ideal.»</p>
<p>Im zweiten Punkt möchte man Mattmann nicht widersprechen. Doch wer nicht gerade ein absoluter Adrenalinjunkie ist, der findet hier auch genügend Abenteuer. Ein Anruf bei Pius Schnider genügt.</p>
<p>Sörenberg im Entlebuch</p>
<p>Anreise: Mit der Bahn über Luzern oder Bern bis nach Schüpfheim, von dort mit dem Postbus nach Sörenberg. Mit dem Auto von Luzern über die A 8 nach Sarnen und Giswil, dann über die Panoramastraße nach Sörenberg oder von Luzern über die Hauptstraße 10 nach Wolhusen und Schüpfheim und von dort weiter Richtung Sörenberg.</p>
<p>Reisezeit: Im Prinzip fast ganzjährig. Im Winter bietet Sörenberg ein Skigebiet mit mehr als 50 Kilometer Pisten.</p>
<p>Übernachtung: Es gibt Hotels, Unterkünfte auf Bauerhöfen und viele Ferienhäuser. Das Reka-Feriendorf in Sörenberg bietet an einem Fleck 54 Ferienwohnungen zwischen zwei und viereinhalb Zimmern.</p>
<p>Führungen: Pius und seine Frau Anita Schnider bieten Höhlen- und Karstführungen (Tel.: 0041/79 6378676, www.erlebnisnatur.ch).</p>
<p>Informationen: Sörenberg Flühli Tourismus, Rothornstrasse 21 6174 Sörenberg (Tel: 0041/41 48 81 185, E-Mail: info@soerenberg.ch, www.soerenberg.ch/de).</p>
<p><br />
(dpa/tmn)</p>

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		<title>Wo die Erde Feuer spuckt: Islands Westmännerinseln</title>
		<link>https://www.123-und-weg.de/wo-die-erde-feuer-spuckt-islands-westmaennerinseln-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Travel Guide]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2020 15:12:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[TOP-Ziele]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heimaey &#8211; Verreisen geht wegen der Corona-Pandemie erstmal für unbestimmte Zeit nicht &#8211; doch es spricht ja nichts dagegen, sich schon jetzt ein paar Gedanken über den nächsten Urlaub zu machen. Wie wäre es zum Beispiel mal mit einer Vulkantour...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Heimaey &#8211;</p>
<p>Verreisen geht wegen der Corona-Pandemie erstmal für unbestimmte Zeit nicht &#8211; doch es spricht ja nichts dagegen, sich schon jetzt ein paar Gedanken über den nächsten Urlaub zu machen. Wie wäre es zum Beispiel mal mit einer Vulkantour auf Islands Westmännerinseln?</p>
<p>Kein Sonnenstrahl, kein Nordlicht, kein Stern am Himmel. Grollendes Meer in Finsternis. Der 22. Januar 1973 war auf der<br />
<a href="https://visitwestmanislands.com/" style="EXTERNAL-LINK">Westmännerinsel</a>Heimaey ein tiefschwarzer Wintersonntag. Am Morgen peitschten Orkanböen das Meer zu meterhohen Wellen auf. Die Boote der Fischer blieben im Hafen &#8211; was die rund 5300 Inselbewohner rettete. Alle überlebten.</p>
<p>Ein schwarzer Montag</p>
<p>«Gegen halb drei Uhr nachts zuckten plötzlich Feuer und Blitze durch die Schwärze. Ohrenbetäubendes Getöse hatte mich geweckt. «Das ist der Dritte Weltkrieg» waren meine ersten panischen Gedanken», erzählt Kristín Jóhannsdóttir, damals 13. «Dann quoll hellrote Lava aus einer glühenden Spalte.» Der Helgafell brach aus.</p>
<p>Jeder griff nach dem Nötigsten und eilte aufs Boot in Richtung Festland. Wären die Fischer in dieser Nacht auf dem Meer gewesen, hätte das zu einer Katastrophe geführt.</p>
<p>Monatelang rollte die Glut über die Insel hinweg, begrub Hunderte von Häusern und drückte dabei den 220 Meter hohen Krater des Eldfell aus der Erde. Der Ausbruch hat sich als «Schwarzer Montag» unauslöschlich in die Inselannalen gebrannt.</p>
<p>Mit der Fähre nach Heimaey</p>
<p>Mehr als 47 Jahre später, rund 40 Kilometer vom Flughafen Keflavik auf der isländischen Ringstraße Richtung Osten: Vom Fährhafen Landeyjahöfn aus schiebt sich die leicht angerostete «Herjólfur» nach Heimaey. Am Horizont nähert sich der Archipel als graue, wellige Felskette, 14 Eilande über einem geschlossenen unterseeischen Vulkanfeld. Ein brodelndes, unberechenbares Stück Erde.</p>
<p>Handykameras werden ausgerichtet, als die «Herjólfur» an den Klippen der äußeren Inseln vorbei tuckert. Hoch oben balancieren Mutterschafe an der Grasnarbe entlang. An den Felsen schlackern meterlange Taue im Wind. Daran hangeln sich im Frühjahr wagemutige Schäfer hinauf.</p>
<p>Wozu die Lava fähig ist</p>
<p>In der Ferne ist die kantige Silhouette des jüngsten Inselwunders, Surtsey, zu sehen: 1963 durch einen unterirdischen Vulkanausbruch geboren, wuchs sich das sensationelle Lavababy zur zweitgrößten Westmännerinsel aus. Touristen dürfen sie nicht betreten.</p>
<p>Schließlich tauchen die ersten bunten Häuser Heimaeys auf. Sie schmiegen sich an den von einer 20 Meter hohen, dunklen Lavawand flankierten Hafen. Die düstere Schutzmauer markiert jenen Punkt der rund 13,5 Quadratkilometer großen Insel, an dem die Glutwelle zum Stehen kam. Trostpflaster nach all der Zerstörung: endlich ein geschützter Hafen, der auch hohe Wellen fernhält.</p>
<p>Am nächsten Morgen ist der Frühlingshimmel klar und wolkenlos. Kühler Seewind pfeift um die Ohren, frische sieben Grad treiben zur Bewegung an. Vorbei an violetten Lupinenbeeten und grell leuchtendem Löwenzahn geht es über warme, bröselige Aschefelder hinauf zum Krater des Eldfell. Der Feuerberg, die rostrote Ausgeburt des Ausbruchs, malt Bilder von schlichter Schönheit an den Horizont. In der Ferne trennt der Horizont Himmelsblau von Meeresgrau.</p>
<p>Sehnsucht nach den Inseln</p>
<p>«Wir schämten uns damals, fühlten uns wie Schmarotzer, als wir monatelang auf dem Festland zur Schule gingen», erzählt Kristín Jóhannsdóttir. Fotos von der Rettungsaktion hängen in ihrem Vulkanmuseum Eldheimar. «Die Familien wollten zurück nach Heimaey. Doch ihr Zuhause war unter Asche begraben.»</p>
<p>Vor mehr als zehn Jahren kreierte die Museumsdirektorin am Fuße des Kraters ihr «Pompeji des Nordens», ließ einen Teil der verschütteten Häuser freilegen und baute darum herum das Ausstellungshaus.</p>
<p>In einem Video erinnert sich eine Kapitänsfrau: «Ich hing spät abends noch Wäsche auf, als plötzlich eine große Feuersäule aufstieg, dann ging ein Riss durch die Erde.» Der fast 1700 Meter lange Schlund spie die Glut bis zu 200 Meter hoch in die Luft. Eine Lavawand rollte über Wochen bedrohlich und scheinbar unaufhaltsam auf den Hafen zu.</p>
<p>Für ihre Idee, die zerstörerische Glut mit Meerwasser zu stoppen, ernteten die Insulaner bei europäischen Politikern viel Spott. Nur die Amerikaner halfen, schickten Hochleistungspumpen. Die glühende Erdmasse wurde gestoppt, bevor sie die Hafeneinfahrt verschloss.</p>
<p>Papageientaucher und ewiges Licht</p>
<p>Genug von Asche und Verwüstung. Es geht in den Süden der Insel zur Kolonie der Papageientaucher. Grünes, moosiges Weideland und dahinter der endlose Atlantik säumen die Straße.</p>
<p>Auf der Halbinsel Stórhöfdi markiert ein kleiner Leuchtturm den vielleicht stürmischsten Punkt Europas. Windgeschwindigkeiten von mehr als 150 Stundenkilometer werden hier gemessen. Dann tauchen die munteren Papageientaucher auf. Gleich zu Hunderten bevölkern sie die Klippen &#8211; das Wahrzeichen Heimaeys.</p>
<p>Allmählich senkt sich die Abendsonne über den Horizont. Untergehen wird sie in diesen Frühsommertagen nicht. Gegen Mitternacht sitzen die jungen Leute draußen im seidigen Dämmerlicht. Im Hintergrund erhebt sich leuchtend der Kegel des Eldfell.</p>
<p>Die Kraft aus dem Innern der Erde</p>
<p>Mehr als 150 aktive und erkaltete Vulkane prägen Island. Die Inselhistorie ist auch die Geschichte ihrer Ausbrüche. Manche werden berühmt, wie der Eyjafjallajökull, dessen Eruption vor zehn Jahren den europäischen Flugverkehr lahmlegte. Andere kauern Ewigkeiten unter meterdicken Gletschern, bis sie plötzlich ihre Glut durch die eisigen Spalten jagen.</p>
<p>Das<br />
Vulkanmuseum LAVA Centre an der isländischen Südküste liegt auf dem Weg zurück nach Reykjavik. Dramatische Animation führen mitten ins Feuerherz. Grollen, Beben, Rumpeln und donnernder Lärm behämmern die Ohren, rotglühende Lichter zucken im schwarzen Nichts.</p>
<p>Ein Panorama zeigt die fünf größten Feuerspeier des Landes, der Helgafell gehört dazu. Ein Klick per Fußtritt löst den Ausbruch aus. Hellrote Lava, in apokalyptischer Düsternis gehen Staub und Asche nieder. Ein beängstigendes Schauspiel. Beim Besuch auf Heimaey hat es ein menschliches Gesicht bekommen.</p>
<p>Westmännerinseln</p>
<p>Anreise: Von verschiedenen deutschen Flughäfen gibt es Direktflüge in die isländische Hauptstadt Reykjavik. Weiter mit der Fähre von Landeyjahöfn zur Insel Heimaey. Die Reservierung erfolgt online unter www.herjolfur.is/en/.</p>
<p>Information: www.visitwestmanislands.com</p>
<p><br />
(dpa/tmn)</p>

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		<item>
		<title>Als Selbstfahrer durch die Mongolei</title>
		<link>https://www.123-und-weg.de/als-selbstfahrer-durch-die-mongolei-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Travel Guide]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2020 11:39:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[TOP-Ziele]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ulan Bator &#8211; Über die Schotterpiste hat jemand eine Reihe Felsbrocken gelegt. Eine Straßensperre? Wir umfahren die Barriere &#8211; denn in der Mongolei hat jede Piste mäandernde Nebenpisten. Doch nur einige Meter weiter bereuen wir unsere deutsche Autofahrer-Hybris. Vor uns...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ulan Bator &#8211; Über die Schotterpiste hat jemand eine Reihe Felsbrocken gelegt. Eine Straßensperre? Wir umfahren die Barriere &#8211; denn in der Mongolei hat jede Piste mäandernde Nebenpisten. Doch nur einige Meter weiter bereuen wir unsere deutsche Autofahrer-Hybris.</p>
<p>Vor uns liegt ein reißender Bach. Die ausgewaschene Kante ist gut einen Meter hoch. Hier kommen wir auch mit unserem zähen russischen Geländewagen, Typ Patriot, nicht weiter. Rechts neben uns fließt der Orkhon-Fluss durch sein weitläufiges Tal. Abbiegen ausgeschlossen.</p>
<p>Einen Roadtrip auf eigene Faust durch die<br />
<a href="https://mongolia.travel/" style="EXTERNAL-LINK">Mongolei</a> unternehmen? Nicht immer ist das einfach &#8211; aber es ist auch nicht unmöglich.</p>
<p>Unterwegs auf unbefestigten Straßen</p>
<p>Die Mehrheit der Reisenden im Land lässt sich auf organisierten Pauschaltrips in alten UAZ-Bussen umher kutschieren, im russischen Pendant zum VW Bulli, nur nicht klimatisiert und unkomfortabel. Und überteuert, findet Max Rettenwender. Der Geschäftsführer eines großen Autovermieters in Ulan Bator hat die Plattform Escape to Mongolia ins Leben gerufen, über die sich Reisende ihre Selbstfahrertour zusammenstellen können. Es gebe im Prinzip nur eine Einschränkung dabei: «Die Leute müssen sich eine individuelle Reise trauen.»</p>
<p>Roadtrip ist dafür allerdings das falsche Wort, denn Straßen gibt es kaum in der Mongolei. Nur rund 2500 Kilometer sind im zweitgrößte Binnenland der Welt mehr oder minder befestigt.</p>
<p>Gegensätze in Ulan Bator und ein Ausritt</p>
<p>Unsere Reise beginnt in der Hauptstadt Ulan Bator, eine verrückte architektonische Mixtur: Plattenbauten aus kommunistischen Zeiten in den Randbezirken, im Zentrum glitzernde Hochhäuser, in deren Schatten Klöster mit Pagodendächern. Raus aus der Stadt. Eine Landschaft wie aus einer Modelleisenbahn-Welt zieht vorbei: Hügel mit Teppichen von Grün überzogen, nur Bäume oder Büsche hat noch niemand aufgeklebt.</p>
<p>Nach gut 300 Kilometern meldet die Navi-App auf dem Handy, dass wir rechts abbiegen sollen. Mit Tempo 30 rumpeln wir für 50 Kilometer eine Spur im Grasland entlang bis zum Ugii-See. Das klare Gewässer in 1300 Metern Höhe hat Badetemperatur und ist fischreich.</p>
<p>Vom Motorboot aus &#8211; man kann vor Ort Fahrten buchen &#8211; ziehen wir zwei kapitale Hechte aus dem Wasser. Ein Exemplar bereitet der Koch unseres Camps für umgerechnet zehn Euro am Abend zu. Und nach der Nacht in der Jurte und einem Frühstück mit landestypischem Milchtee wartet eine Reiteinheit. Ein Mann im Deel, dem traditionellen mongolischen Mantel, reitet vorweg. Mit einem wilden Ritt durch die Weite hat das allerdings nichts zu tun: Zu groß ist die Angst, die an fremde Reiter nicht gewöhnten Pferde könnten die Fremdlinge abwerfen.</p>
<p>Alte Tempel und eine steinerne Schildkröte</p>
<p>Gut im Sattel saß dagegen Dschingis Khan. Der Herrscher begründete das mongolische Reich &#8211; das größte Weltreich, das jemals regiert wurde, und zwar von Charchorin aus. Nach einstündiger Fahrt über Asphalt erreichen wir die heutige Nachfolgesiedlung Karakorum.</p>
<p>Sie wird vor allem wegen Erdene Dsuu besucht, einem Weltkulturerbe. Im 16. Jahrhundert errichtet, war es die erste buddhistische Klosteranlage der Mongolei. Einst lebten hier 10 000 Mönche. 1937 wurde die Anlage unter kommunistischer Herrschaft nahezu vollständig zerstört. Einige Tempel stehen noch, darunter der älteste des Landes.</p>
<p>Jenseits der Klostermauern entdecken wir zwischen Ziegen und Schafen eine verwitterte steinerne Schildkröte, sesselgroß. Es ist eines der wenigen Überbleibsel der alten mongolischen Hauptstadt Charchorin.</p>
<p>Wildcampen und mongolischer Wodka</p>
<p>Später passieren wir Khujirt mit seinen heißen Quellen, den bekanntesten Kurort der Mongolei, und finden ein paar Kilometer weiter in einer Senke einen Platz für die Nacht. Wir schlagen unser Zelt auf, im Land der Jurten ist Wildcampen fast überall erlaubt.</p>
<p>In einer Woche Roadtrip von Ulan Bator aus bekommt man einen guten Eindruck von der typischsten aller mongolischen Landschaften: der Steppe. Wer zum Chöwsgöl Nuur, einem See im Nordwesten, will oder in die Gobi im Süden, der sollte dafür allerdings mehr Zeit einplanen.</p>
<p>Auf der Weiterfahrt wartet eine der größten Herausforderungen: Hinter Bat-Ulzii quält sich der Patriot im Zickzackkurs über eine erstarrte Lavazunge mit scharfkantigen Basaltfelsen. Insassen und Ladung werden heftig durchschüttelt. Wir brauchen fünf Stunden für 75 Kilometer.</p>
<p>Auf verschlungenen Wegen in die Mini-Gobi</p>
<p>Tags darauf, als wir die Abbruchkante vor dem Kühlergrill haben, finden wir schließlich eine Stelle, an der wir den Wasserlauf durchfahren können. In der Dunkelheit erreichen wir Elsen Tasarkhai, einen Landstrich, der auch Mini-Gobi genannt wird, weil er der großen Wüste im Süden ähnelt. Wir checken im «Altai Camp» ein. Rund um Elsen Tasarkhai ist die touristische Infrastruktur gut entwickelt, denn der riesige Sandstreifen liegt an einer der am besten ausgebauten Straßen des Landes. Mehrere sogenannte Ger-Camps empfangen hier Gäste.</p>
<p>Interessant ist der Besuch bei einem Kamelhirten wie Davaajav Sharav. Er führt ein Junges zur Kamelmutter, lässt es trinken und melkt dann die Mutter weiter. Rund 3000 Liter Ertrag im Jahr bringe seine Herde von 60 Tieren, daneben besitzt er Rinder, Ziegen, Schafe und Pferde.</p>
<p>In Abwandlung des Nationalgetränks Airag aus vergorener Stutenmilch produziert Sharav Kamel-Airag, Choormog genannt. Als Zeichen der Gastfreundschaft lädt uns der Nomade in seine Jurte. Er lässt uns von dem sauren und leicht alkoholhaltigen Trunk probieren, reicht nach altem Ritus Schnupftabak und zückt nach einer Respektpause sein Handy &#8211; auch er nutzt Facebook. Seine Frau Shatar Luvsan rührt derweil in einem Bottich mit Kuhmilch, der dampfend auf dem Ofen steht.</p>
<p>Vom Land in die Stadt</p>
<p>Davaajav Sharav und Shatar Luvsan stehen für den Übergang. Die beiden Söhne sind noch Hirten geworden, doch die Tochter studiert. Auch in der Mongolei zieht es immer mehr Menschen in die Stadt.</p>
<p>Es folgt der Rückweg nach Ulan Bator. Die Navi-App meldet Rushhour. Bis zum Hotel für die letzte Nacht benötigen wir für die verbliebenen vier Kilometern zwei Stunden &#8211; selbst auf der gröbsten Piste in der mongolischen Wildnis waren wir doppelt so schnell.</p>
<p>Info-Kasten: Selbstfahrer-Touren in der Mongolei</p>
<p>Anreise und Formalitäten: Je nach Saison nonstop mit MIAT Mongolian Airlines von Berlin-Tegel nach Ulan Bator. Andere Airlines fliegen die Hauptstadt der Mongolei von Deutschland aus mit Zwischenstopp an. Benötigt wird ein noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass.</p>
<p>Reisezeit: Juni bis Mitte September.</p>
<p>Offroad-Touren: Das Selbstfahrer-Angebot von Escape to Mongolia ist nach Angaben von Sixt Mongolia einzigartig in der Mongolei. Im Preis enthalten sind Zelt, Schlafmatten, Kochutensilien, Flughafentransfer und zwei Hotel-Übernachtungen an den An- und Abreisetagen. Es genügt der deutsche Führerschein. Zur Offline-Wegfindung empfehlen sich Apps wie Google Maps oder Maps.me, für Telefonate und Datenverkehr eine SIM-Karte eines mongolischen Netzbetreibers mit Datenvolumen.</p>
<p>Information: www.escapetomongolia.com</p>
<p><br />
(dpa/tmn)</p>

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		<title>Die Welt auf der Strecke lassen</title>
		<link>https://www.123-und-weg.de/die-welt-auf-der-strecke-lassen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Travel Guide]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2020 04:48:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[TOP-Ziele]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Churchill &#8211; Die Abendsonne taucht den kanadischen Sommerhimmel über Winnipeg in schillernde Farben, in der Hotel-Lounge hat ein Pianist am Flügel Platz genommen. An der Bar schenkt sich ein Mann Weißwein nach. Statt einer Hand hat er einen Haken. Der...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Churchill &#8211; Die Abendsonne taucht den kanadischen Sommerhimmel über Winnipeg in schillernde Farben, in der Hotel-Lounge hat ein Pianist am Flügel Platz genommen. An der Bar schenkt sich ein Mann Weißwein nach. Statt einer Hand hat er einen Haken.</p>
<p>Der Herr mit den weißen, akkurat zurückgekämmten Haar stellt sich als Doktor vor. Als er von dem bevorstehenden Abenteuer hört, einer Zugreise in den hohen Norden nach<br />
<a href="http://www.churchill.ca/" style="EXTERNAL-LINK">Churchill</a>, schaut er wissend. Schließlich lebt er seit mehr als 25 Jahren hier in der Provinz Manitoba in der Mitte Kanadas.</p>
<p>Der Doktor hat einen Rat, der wie eine Warnung klingt: «Wenn Du den Frieden magst und die Stille und die Erinnerung einer Blase im Meer des Nichts, dann fahre hin. Dort ist das Nichts.»</p>
<p>Verbindung vorübergehend unterbrochen</p>
<p>Die eindringlichen Worte hallen am Morgen darauf in der Union Station in Winnipeg noch nach. Auf dem Gleis stehen zwei Diesel-Loks, ein Waggon für Fracht, einer mit Sitzplätzen, ein Speisewagen und zwei Schlafwagen. So sieht in Kanada eine metallgewordene Lebensader aus.</p>
<p>Im Sommer 2017 unterbrachen schwere Überschwemmungen die Strecke in den Norden und brachten Churchill an den Rand des Kollaps. Das Schicksal der Stadt hing nun an einer Flugverbindung, denn Straßen an die Hudson Bay gibt es keine. Als nach 18 Monaten wieder der erste Zug in der Stadt einfuhr, feierten ihre Bewohner auf den Straßen.</p>
<p>Herunterfahren auf Schienen</p>
<p>Beim Einsteigen lässt sich ein Hauch von Orient-Express-Gefühl nicht abschütteln, denn die bevorstehende Reise hat epische Ausmaße. Sie führt in 50 Stunden über 1697 Kilometer vom landwirtschaftlich dominierten Süden Manitobas unweit der Grenze zu den USA bis hoch ans arktische Meer der Hudson Bay. Hinein in die Wildnis, zu Seen, aus denen man trinken kann. Dorthin, wo die Türen der Autos stets offen sind, falls jemand vor einem blutrünstigen Eisbär Schutz suchen muss.</p>
<p>Der etwas morbide, blau-graue Nachkriegscharme des Interieurs jedenfalls macht klar, dass hier nicht nur Lustreise, sondern auch Abenteuer bevorsteht. Als die Häuser Winnipegs Feldern weichen und die Bahn das mobile Handynetz Strich für Strich hinter sich lässt, kehrt eine unerwartete innere Ruhe ein &#8211; keine Termine, keine Deadlines, kein Tippen. Die Reisenden blicken vom Bildschirm auf und legen ihr Reiseschicksal in die Hände der kanadischen Bahn.</p>
<p>Eine Schicksalsgemeinschaft unterwegs</p>
<p>Irgendwann hält die Bahn schrill quietschend im Schatten eines Getreidesilos. «Geht nicht zu weit weg vom Zug, der nächste kommt erst in drei Tagen», dröhnt die Stimme des Zugbegleiters durch die Lautsprecher. Der Zugführer hat die Fahrt schon wieder aufgenommen, als die Reisenden weiter hinten näher zusammenrücken. 17 von 35 Betten sind belegt. Anfangs sind sie noch irgendwelche Fremden, doch mit der Zeit bekommen sie Gesichter, Namen und Geschichten.</p>
<p>Joana ist von der Westküste und reist mit ihrem Bruder &#8211; sie nennt ihn immer «Bro». Der kleine Isaac aus Chicago ist bemerkenswert höflich, was wohl am strengen Regime seiner Mutter liegt. James aus Australien ist besessen von Nachrichten vom Brexit, obwohl er gar nicht mehr in London, sondern im norwegischen Bergen wohnt. Musiker Glenn ist mit seiner Frau Heather unterwegs. Coralli reist schon 1,5 Jahre durch Kanada und will im Polar-Institut Churchills arbeiten.</p>
<p>Schach, Domino und echtes Interesse</p>
<p>Es bilden sich neue Gruppen. Der anfänglich empfundene Zwang, sich mit seinen Mitreisenden zu beschäftigen, wird zu einem Privileg. Vorurteile erweisen sich als falsch und Menschen als unterhaltsame Wesen. Susan sagt: «Die interessantesten Leute habe ich in Zügen oder auf Schiffen getroffen». Kurz darauf findet sie heraus, dass Joana und sie aus demselben Ort am Pazifik stammen.</p>
<p>Es entwickelt sich eine Dynamik, von der James glaubt, dass sie mit dem gemeinsamen Abenteuer zusammenhängt. «Dieser Zug ist anders, weißt du. Weil wir in die Wildnis fahren». Auf einmal sind Stunden bei Domino, Schach und Plaudereien vergangen.</p>
<p>Am letzten Morgen ist die kanadische Weite einer Einöde gewichen. Die kahlen Stümpfe der Bäume wachsen wie Fangzähne aus dem Boden.</p>
<p>Belugawale und Eisbären</p>
<p>«Dort ist das Nichts», hallt wieder die Stimme des Doktors aus Winnipeg durch den Kopf. Und die ersten Schritte in Churchill geben ihm Recht. Kühler Nebel hängt über der Straße vor dem Bahnhof. Auf dem Parkplatz steht der Mietwagen, natürlich unverschlossen. Der Schlüssel liegt auf dem Beifahrersitz.</p>
<p>Die erste Fahrt führt zu Bürgermeister Michael Spence. «Als ich aufgewachsen bin, hatte Churchill mehr als 6000 Menschen», erzählt er. Heute seien es weniger als 1000. Dafür sei die Natur zurück &#8211; er meint die Belugawale. Tatsächlich kommen die meisten Leute für Outdoor- und Polar-Tourismus hierher. Ein Schild an der Stadteinfahrt rühmt Churchill als «Eisbären- und Beluga-Hauptstadt» der Welt.</p>
<p>Wer im Sommer mit dem Boot in die Mündung des Churchill River rausfährt, der braucht kein Glück, um die Belugawale mit ihren eleganten, pferdegleichen und schneeweißen Rücken zu sehen. Sie sind neugierig und kommen immer wieder in Schwärmen zu den Booten.</p>
<p>Wo alle Straßen enden</p>
<p>Das eigentlich Faszinierende an Churchill aber ist dieses Gefühl, das schon seit Beginn der Zugreise anwuchs und sich nun Bahn bricht: Die vernetzte Welt ist endgültig auf der Strecke geblieben. Die Straßen enden wenige Dutzend Kilometer vor den Toren der Stadt. Churchill ist eine Insel mitten auf dem Festland.</p>
<p>Die Straßen führen auch zu einer verlassenen Bucht, in der man ein Schiffswrack besichtigen kann, zur Radarstation eines früheren Raketenprogramms, einer polaren Wissenschaftsstation, schließlich in die endlose Weite hunderter Seen. Und irgendwann ist einfach Schluss.</p>
<p>Wenn es Abend wird in Churchill, füllen sich die Handvoll Restaurants und Bars im Ort. Sie heißen «Tundra Inn» oder «Lazy Bear» und man kann sicher sein, dort die neuen Freunde aus dem Zug wiederzutreffen.</p>
<p>Einige Tage später, kurz vorm Einsteigen ins Flugzeug: Es knackt am anderen Ende der Leitung. Man wolle nur sagen, dass man Churchill heil überstanden habe. Es sei sogar sehr schön gewesen! «Jeder sollte mindestens einmal dorthin gehen, um zu reflektieren», antwortet der Doktor aus Winnipeg. Und überhaupt, sagt er, angesichts des Hasses allerorten: Sollte man nicht ein Stück Churchill in die Welt tragen?</p>
<p>Info-Kasten: Mit dem Zug von<br />
<a href="https://www.viarail.ca/en/explore-our-destinations/trains/regional-trains/winnipeg-churchill" style="EXTERNAL-LINK">Winnipeg nach Churchill</a></p>
<p>Klima und Reisezeit: Das Klima in Churchill ist rau, die Reisesaison reicht aber bis zum Spätherbst. Für Beobachter der Polarlichter eignen sich besonders die sternenklaren Nächte im Februar und März. Im Mai und Juni kommen Vogelbeobachter auf ihre Kosten. Die besten Monate, um Belugawale zu sehen, sind Juli und August. Von Juli bis November sind auch besonders viele Eisbären zu sichten.</p>
<p>Anreise: Nach Churchill man kann mit einem Flugzeug der Gesellschaft Calm Air fliegen &#8211; für etwa 500 bis 600 Euro pro einzelner Strecke. Ein Sitzplatz im Zug ist deutlich günstiger, ein Bett im Schlafwagen kostet umgerechnet ebenfalls etwa 500 Euro.</p>
<p>Informationen:<br />
www.viarail.ca</p>
<p><br />
(dpa/tmn)</p>

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		<title>Im «Sterngebirge» das alte Portugal entdecken</title>
		<link>https://www.123-und-weg.de/im-sterngebirge-das-alte-portugal-entdecken-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Travel Guide]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2020 04:41:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[TOP-Ziele]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alvoco da Serra &#8211; Verreisen geht wegen der Corona-Pandemie erstmal für unbestimmte Zeit nicht &#8211; doch es spricht ja nichts dagegen, sich schon jetzt ein paar Gedanken über den nächsten Urlaub zu machen. Wie wäre es zum Beispiel mal mit...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Alvoco da Serra &#8211;</p>
<p>Verreisen geht wegen der Corona-Pandemie erstmal für unbestimmte Zeit nicht &#8211; doch es spricht ja nichts dagegen, sich schon jetzt ein paar Gedanken über den nächsten Urlaub zu machen. Wie wäre es zum Beispiel mal mit einer Erkundungstour durch die Serra da Estrela?</p>
<p>Da ist es plötzlich, dieses Gefühl, im guten alten Portugal gelandet zu sein. «Die Kirche oben im Dorf ist geschlossen», erklärt ein freundlicher Mann dem fremden Besucher, der Alvoco da Serra durchstreift. «Aber gegenüber wohnt die Dame, die den Schlüssel hat. Einfach klopfen. Das Haus mit den grünen Fensterläden.»</p>
<p>Elena Gomes, eine rüstige Siebzigerin, ist zu Hause und dazu bereit, die Kirche Nossa Senhora do Rosário aufzusperren &#8211; ein barockes Juwel. Altarraum und Decke sind überreich dekoriert. Senhora Elena zeigt die Skulpturen der Rosenkranz-Jungfrau und des Heiligen Herzens Jesu, zu dessen Füßen ein Blumenbukett duftet. «Das habe ich gemacht», sagt die Dame stolz.</p>
<p>Das unbekannte Portugal</p>
<p>Elena Gomes ist eine von 105 Einwohnern in Alvoco da Serra, ein Dorf mit ziegelgedeckten Häuschen und steilen Gassen im Süden der Serra da Estrela. Das «Sterngebirge» lockt Reisende mit einsamen Wanderwegen, klaren Bächen, Wasserfällen, Schäferkultur und Dörfern wie aus der Zeit gefallen.</p>
<p>Man kann über Plateaus und durch dichte Wälder streifen. Im Rossim-Tal breitet sich ein See aus, in den Höhenlagen sprudelt auch die Quelle des Mondego, der dort seine 227 Kilometer lange Reise zum Atlantik antritt. Felsbrocken liegen herum wie von Riesenhand verteilt, Ginster und Fingerhüte bilden Farbtupfer in Gelb und Violett. In den Niederungen liegen Orte wie Valezim mit einer unaufgeregten Aura und sehenswerten Sakralbauten.</p>
<p>Wandern in schönster Einsamkeit</p>
<p>Die abwechslungsreiche Gebirgsnatur lässt sich zum Beispiel auf dem Rundwanderweg Rota das Canadas erkunden, mit Start in Alvoco da Serra. Es riecht nach Kiefern, Wacholder und Eukalyptus. Schmetterlinge tanzen über Gräser, Eidechsen huschen über Felsen. Ein Bachlauf plätschert in der Einsamkeit der Landschaft. Als Lager und Tierunterstände für die Hirten dienen Bruchsteinhäuschen. Die vollen Strände und quirligen Metropolen Portugals fühlen sich hier sehr weit weg an &#8211; wie aus einer anderen Welt.</p>
<p>Hausmannskost zum fairen Preis</p>
<p>Unterkunft bieten neben Hotels vereinzelt auch private Zimmervermieter und Gasthäuser, wo man selbst in der sommerlichen Hochsaison für ein Doppelzimmer mit Frühstück nur 45 Euro bezahlt. Und wenn man in einem Restaurant wie O Vicente bei Loriga einkehrt, türmen sich für zehn bis zwölf Euro solch gigantische Portionen Hausmannskost auf, dass selbst eingefleischte Vielesser irgendwann kapitulieren. Hier bekommt man noch was fürs Geld.</p>
<p>Ein märchenhafter Wald</p>
<p>Massenbetrieb ist unbekannt in der Serra da Estrela. Vollkommen einsam fühlt man sich auf einem weiteren Rundwanderpfad, der Rota da Caniça. Start ist in der Ortsmitte von Lapa dos Dinheiros auf Höhe der Kirche. Schon nach wenigen Metern wird es still.</p>
<p>Der dreistündige Trail führt durch Farn- und Edelkastanienwälder. In einem zauberhaften Forst tragen die Stämme Überzüge aus Moos und Flechten. Lichtspeere stechen durch das Blätterdach, rotgelbe Wanderzeichen auf Felsplatten geben den Weg vor. Ein «Flussstrand», Praia Fluvial, lädt an warmen Tagen zum Bad in einem glasklaren Becken ein. Schopflavendel duftet.</p>
<p>Besuch in der Schafwollmanufaktur</p>
<p>Östlicher Einstiegspunkt ins Hochgebirge ist das Städtchen Manteigas, gelegen im Tal des Zêzere. Das Wasser des Flusses dient auch dazu, das Rohmaterial der Schafwollmanufaktur Burel zu säubern. Sie liefert Taschen und Mäntel, entworfen von angesagten Designern, in dutzende Länder. Führungen bringen Besucher in die Haupthalle, wo ein antiker Maschinenpark rattert und klackt. Im Saal stricken Frauen und prüfen die Qualität.</p>
<p>Käselaibe und leibhaftige Schäfer</p>
<p>Die kulinarische Spezialität in der Serra da Estrela ist der Bergkäse, Queijo da Serra. Diesen liefern Schäfer wie Fernando Jorge Nunes Cardoso, 43, und Armando Jorge Abreu, 51. Beide stammen aus Schäferfamilien. Abreu ist wortkarg und schiebt sich eine Zigarette vor die löchrigen Zahnreihen, während Cardoso erklärt, dass mindestens fünf Liter Schafsmilch für ein Kilo Käse nötig sind. Die Rasse Bordaleira liefere die beste Qualität.</p>
<p>Cardoso zieht nicht mehr mit seiner Herde auf Wanderschaft in die Berge. Anders ist das bei Luis do Cruz: Im Frühsommer bricht der 58 Jahre alter Schäfer zu den saftigeren Weiden in die Gipfelregionen auf und kommt erst zwei bis drei Monate später zurück. Früher hat er unter Decken und Regenschutz im Freien an einem Fels genächtigt. Und heute? «In meinem Auto», sagt er lapidar.</p>
<p>Archaische Traditionen</p>
<p>Wer ins Sterngebirge kommt, erlebt mitunter besondere Traditionen. Urtümlich geht es unweit von Seia in Folgosa da Madalena um den 24. Juni zu, am Johannistag. Dann treiben Hirten ihre Tiere zur «Segnung der Herden» in den beflaggten Ort. Jeder Schäfer bringt seine besten Schafe und Ziegen heran. Das Ritual besteht darin, die Herde im Dorfkern um die Johanneskirche zu treiben &#8211; dreimal rechts und dreimal links. Dann, so glauben die Menschen, sorgt der heilige Johannes bis zum kommenden Jahr für den Schutz des Viehs.</p>
<p>Herde folgt auf Herde. Für eine Runde brauchen die Tiere zwanzig Sekunden, handgestoppt. Das Glockengebimmel geht durch Mark und Bein. Wer in vorderster Reihe steht, kriegt Kotspritzer ab. Wie man eine Herde, die Tempo aufgenommen hat, nach drei Runden bremst und dazu bewegt, in Gegenrichtung zu laufen, ist «wirklich schwierig», erklärt einer der Schäfer. Was er nicht sagt: Nicht nur die Hirtenhunde, auch die Fressköder helfen.</p>
<p>Als das Zeremoniell zu Ende ist, sieht der Boden um die Kirche erbärmlich aus. Die Feuerwehr nimmt mit Schläuchen den Kampf gegen die Exkremente auf &#8211; während man als Wildfremder unversehens in ein Privathaus zu Wein und Wurst gebeten wird. Ja, auch hier hält sich das gute alte Portugal lebendig.</p>
<p>Serra de Estrela</p>
<p>Anreise: Mit dem Flugzeug nach Lissabon oder Porto, ab dort mit dem Mietwagen in die Serra da Estrela.</p>
<p>Beste Reisezeit: April bis Oktober.</p>
<p>Informationen: Portugiesisches Fremdenverkehrsamt Turismo de Portugal, Zimmerstraße 56, 10117 Berlin (Tel.: 030/254 10671, E-Mail: info.germany@turismodeportugal.pt, www.visitportugal.com).</p>
<p><br />
(dpa/tmn)</p>

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		<title>Auf Mythensuche im Baztan-Tal im Norden Spaniens</title>
		<link>https://www.123-und-weg.de/auf-mythensuche-im-baztan-tal-im-norden-spaniens-4/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Travel Guide]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2020 04:36:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[TOP-Ziele]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Elizondo &#8211; Der Pfad zur Hölle ist von Farnen, Fingerhüten, Brennnesseln und Brombeeren gesäumt. Ein Kuckuck ruft. Dann schwillt das Rauschen an. Wasser stürzt Kaskaden hinab, mitten im Wald. Die «Höllenmühle» wird hier vom wilden «Höllenbach» gespeist. Die längst verlassene...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Elizondo &#8211; Der Pfad zur Hölle ist von Farnen, Fingerhüten, Brennnesseln und Brombeeren gesäumt. Ein Kuckuck ruft. Dann schwillt das Rauschen an. Wasser stürzt Kaskaden hinab, mitten im Wald. Die «Höllenmühle» wird hier vom wilden «Höllenbach» gespeist.</p>
<p>Die längst verlassene Mühle hat eine ganz besondere Geschichte: Während des Spanischen Bürgerkriegs (1936-1939) und danach sicherte dieser Platz das Überleben vieler Familien. Hier ließ sich heimlich Mais mahlen, ohne die staatlichen Zwangsabgaben. Nur die Leute aus der Gegend wussten von der Existenz der Mühle.</p>
<p>Auf dunklen Pfaden durch die Nacht</p>
<p>«Meine Urgroßmutter Eusebi kam oft her, immer nur nachts, mit einem Esel als Lasttier und einer Öllampe», erinnert sich Isabel Gallego Jaunsaras, 43. Der Weg durchs Gebirge war lang, gut 20 Kilometer die einfache Strecke ab dem Dorf Gartzain. Stets bestand die Gefahr, von der Militärpolizei entdeckt oder von Banditen ausgeraubt zu werden.</p>
<p>Der Verlauf der Geschichte wollte, dass die Urgroßenkelin ihren Arbeitsplatz in einer restaurierten Mühle im Ort Amaiur gefunden hat. Dort bewirtet sie an Wochenenden die Gäste mit Maismehlfladen, gefüllt mit Käse und Schweinswurst mit Paprikagewürz.</p>
<p>Ein hübscher Flecken Grün in Spaniens Norden</p>
<p>Das<br />
<a href="https://www.valledebaztan.com/" style="EXTERNAL-LINK">Baztan-Tal</a> in den Vorpyrenäen ist ein Mikrokosmos: 15 Ortschaften und 8000 Einwohner, keine Industrie, gelegen im Nordteil<br />
Navarras und somit im historischen Siedlungsgebiet der Basken. Namensgeber des Tals ist das Flüsschen Baztan, das im größten Ort Elizondo über ein Wehr donnert. Das Klima steht unter dem Einfluss des Atlantiks, nicht selten trüben Wolkenvorhänge und Regen das Panorama.</p>
<p>Die touristische Infrastruktur im Baztan-Tal besteht vor allem aus rustikalen Landhäusern, den Casas Rurales, mitten in der Natur. Gäbe es einen Wettstreit um die schönste Dorfansicht, würde Ziga einen Spitzenplatz einnehmen. Überragt vom Turm der Renaissancekirche San Lorenzo stehen wappengeschmückte Häuser mit Blumentopfdekors beisammen. Gelbe Pfeile, aufgepinselt auf Mauern und Pflaster, weisen in Ziga und anderen Dörfern wie Irurita und Berroeta Jakobspilgern den Weg. Durch das Baztan-Tal führt eine Variante des Jakobswegs vom französischen Bayonne nach Pamplona, der Hauptstadt Navarras.</p>
<p>Glaube und Aberglaube</p>
<p>Unabhängig vom Pilgerpfad ist der Glaube in Arizkun fest verankert. «Wir sind 14 Schwestern», sagt Äbtissin Nieves über die Klarissinnengemeinschaft mitten im Ort. Allmorgendlich um halb neun feiern die Ordensdamen ihre Messe in der Klosterkirche, wo das golden glänzende Barockretabel die Blicke auf sich zieht. In den Dörfern im Baztan-Tal ist gleichzeitig Platz für Aberglaube. Hängt eine getrocknete Silberdistel an der Tür, bedeutet das: Hexenabwehr!</p>
<p>In Xareta, dem nördlichen Nachbartal an der Grenze zu Frankreich, bieten die Hexenhöhlen und das Hexenmuseum in Zugarramurdi eine kritische Perspektive auf das, was oft folkloristisch verklärt wird. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts, beflügelt vom Wahn der Inquisition, grassierte der Hexenwahn. Unschuldige Frauen wurden angeklagt, mit dem Teufel im Bunde zu stehen, und landeten auf dem Scheiterhaufen, nur weil sie Kenntnisse in Heil- und Pflanzenkunde besaßen.</p>
<p>Ein Höhlenstreifzug längs des Teufelsbachs zu einem Felsblock, den die Inquisition zum «Altar der schwarzen Messen« erhob, gibt Zeit für eigene Gedanken. Historisch unbelastet hingegen ist die nahe Tropfsteinhöhle von Urdazubi-Urdax. Dorthin sollen sich lediglich Lamias zurückgezogen haben, nixenartige Fabelwesen.</p>
<p>«Lamias hatten den Körper von Frauen und Entenfüße. Sie saßen oft an Flussufern und fuhren mit goldenen Kämmen durch ihre Haare», erzählt Naturguide Arkaitz Muratori, 41, auf dem Weg vom Dorf Erratzu zum Wasserfall Xorroxin. Zu den Überlieferungen passt die magische Aura des Grüns. Die Wanderstrecke zieht sich durch einen dichten Wald aus Maronen, Eichen und Buchen. Hier regiert der Legende nach der Basajaun, der massige, behaarte Herr des Waldes.</p>
<p>Ein kleines Tal für große Geschichten</p>
<p>Die Verzahnung aus Mythologie und Krimistoff haben der Schriftstellerin Dolores Redondo, 50, zum Durchbruch verholfen und das Baztan-Tal bekannt gemacht. Ihre Baztan-Trilogie sei mittlerweile in 42 Ländern erschienen. Im Mittelpunkt der Bücher steht eine Polizeiinspektorin, die mysteriöse Morde aufklären und gleichzeitig gegen die Gespenster der eigenen Vergangenheit ankämpfen muss.</p>
<p>Das Baztan-Tal kannte die gebürtige Baskin Redondo zuvor nur oberflächlich. Doch als sie eines Tages nach Elizondo kam, um Romanschauplätze zu suchen, war ihr gleich klar: «Das ist es, jede Straße erzählte mir eine Geschichte», erzählt sie.</p>
<p>Anreise: Mit dem Flugzeug nach Pamplona, ab dort im Mietwagen 50 Kilometer nordwärts ins Baztan-Tal. Alternativen sind der Flughafen Bilbao oder die Anreise im eigenen Fahrzeug.</p>
<p>Informationen: Spanisches Fremdenverkehrsamt, Reuterweg 51-53, 60323 Frankfurt am Main (Tel.: 069/72 50 33, E-Mail: frankfurt@tourspain.es, www.spain.info).</p>
<p><br />
(dpa/tmn)</p>
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