Hotels suchen Arbeitnehmer – die Tourismusbranche leidet unter Personalmangel

Habt ihr schon mal bei einem Catering gejobbt? Oder in einem Hotel? Nein? Dann möchte ich euch ein klein wenig von einem großen Problem der touristischen Branche erzählen.

Die Tourismusbranche hat Jobs zu vergeben. Unzählige. Denn keiner will die ,,Drecksarbeit“ machen, nicht putzen, nicht lächeln und keine Betten ausschütteln. Na und? Werdet ihr jetzt die Nase rümpfen. Ist doch Problem der Wirtschaft, nicht unseres. Doch, eben doch unseres. Weil wir nämlich in den Urlaub fahren und unzufrieden sein werden. Wenn der Service mangels Arbeitskräfte zu lange dauert. Oder unsere Handtücher nicht gewaschen werden. Dann finden unter Garantie auch wir das nicht mehr so lustig.

Dieses Problem haben vor allen Dingen Hotelanlagen. Erst einmal suchen sie in Deutschland händeringend nach Personal. Und haben sie schließlich welches gefunden, haut dieses in der Regel nach zehn Jahren wieder ab. Das Hotelwesen ist nämlich anstrengend und deshalb – bzw. auch aufgrund der Attraktivität – arbeiten beinahe fast nur junge Menschen dort. Und diese wollen vielleicht auch mal eine Familie gründen.

Eigentlich ist es verrückt – da klagt eine ganze Nation über fehlende Arbeitsplätze, während eine ganze Branche völlig verdurstet. So müssen viele Arbeitnehmer Doppelstunden schieben. Doppelschichten. Haben tiefe Augenringe über ihrem eingerosteten Lächeln hängen. Der Service verkommt und kann so nicht gepflegt werden – und das ist für den Tourismus besonders zu Saison-Zeiten wirklich eine harte Nuss. Denn am Ende trifft es doch wieder uns, weil wir im Hotel darauf warten, endlich unseren Cocktail schlürfen zu können.

Ein weiteres Problem ist auch die Ausbildung. Die Ausbildung des Hotelfachangestellten hält nicht jeder durch. Die ist nämlich ein zäher Brocken und erfordert Durchhaltevermögen und Standfestigkeit. ,,Arbeiten da, wo andere Urlaub machen“ – das klingt erst einmal nach einem lässigen Ausspruch. Tatsächlich bedeutet es aber oft, zusehen zu müssen, wie andere ihren Spaß haben, während man selbst den Boden wischen und die Toilette schrubben muss. Im Klartext: Für die Gastronomie muss man leben. Man muss den Service mögen. Es lieben, dem Gast ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern.

Also, ich hoffe, dass ihr euch jetzt alle zahlreich nach dem Lesen dieses Artikels aufschwingen und euch in der Gastronomie bewerben werdet, damit ich später in aller Ruhe den guten Service am Strand genießen kann, jawohl! 😉 Hier wird euch der Beruf auch noch schmackhaft gemacht.

1 comment

  1. elü

    Ja, es ist schon seltsam: die Menschen die Arbeit haben rackern sich wegen der vielen Arbeit kaputt aber für die Arbeitslosen gibt´s keine Arbeit, da ist offensichtlich was faul im deutschen Arbeitssystem. Habe schon gehört, daß das Hotelgewerbe hart ist, ähnlich kranken aber auch andere Branchen. In Krankenhäusern und Kliniken geht´s beispielsweise genauso zu, es will auch keiner diese „Drecksarbeit“ machen, nicht Blut, Stuhlgang, Erbrochenes beseitigen, nicht seelische Unterstützung leisten…dabei immer freundlich und verständnisvoll, mitfühlend sein, im Schichtdienst arbeiten….usw. Die Ausbildung zur Pflegefachperson, Krankenschwester/pfleger hält auch nicht jede/r durch. Und wie es einem mal selbst oder Angehörigen, Freunden ergehen wird, wenn Pflegebedarf besteht…kann man sich denken. Der Artikel ist jedenfalls in mancher Hinsicht auch für das Gesundheitswesen und wahrscheinlich noch weitere Arbeitsbereiche zutreffend. Man braucht nur andere Berufsbezeichnungen einzusetzen.
    >Kliniken und Pflegeheime kürzen Pflegeplanstellen, Gesundheitswesen spart und leidet unter Personalmangel< es stimmt eben was nicht im System