Grünes Slowenien: Unterschätztes Land im Aufwind

Grünes Slowenien: Unterschätztes Land im Aufwind

Slowenien, wo liegt das eigentlich genau? Und wofür ist das Land bekannt? Meist gibt es ja zumindest ein paar Klischees, an denen man sich entlanghangeln kann. In Ungarn gibt es Gulasch, in Tschechien günstiges Bier, in Bulgarien kann man auch Strandurlaub machen, heißt es vereinfachend. Aber Slowenien? Da fällt einem nicht einmal ein Klischee ein. So unbekannt ist dieses Land. Das könnte sich jedoch nun ändern.

Slowenien ist nämlich weltweit die erste offizielle „Grüne Destination“. Hinter der Auszeichnung steckt eine gemeinnützige Organisation, deren erklärtes Ziel die Förderung des nachhaltigen Tourismus ist. „Green Destinations“ möchte Länder und Tourismus dabei unterstützen, Projekte zu fördern, die sowohl Natur als auch Menschen des Landes zugutekommen und ihre Lebensräume nicht  zerstören. Dafür begibt sich die Organisation auch auf die Suche nach Nationen mit Vorbildfunktion.

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96 von 100 Kriterien positiv erfüllt

Bereits im Herbst 2016 fiel dabei die Wahl auf Slowenien. Die Jury prüfte das Land hinsichtlich sechs Kriterien: Destinationsmanagement, Landschaft und Natur, Umwelt und Klima, Kultur und Tradition, soziales Wohlbefinden sowie Wirtschaft und Gastfreundschaft. „Slowenien ist das erste Land, in dem wir alle 100 Nachhaltigkeitskriterien geprüft haben. Mit 96 positiv bewerteten Punkten schnitt die Destination im Herzen Europas außergewöhnlich gut ab“, heißt es in der Begründung.

Das Land hat gerade einmal zwei Millionen Einwohner, die meisten von ihnen leben in der Hauptstadt Ljubljana. Im Norden grenzt es an Österreich im Süden an Kroatien, im Westen an Italien und im Osten an Ungarn. Seine Fläche entspricht gerade einmal einem Siebzehntel Deutschlands, dennoch:

  • 36 Prozent davon sind Naturschutzgebiet.
  • Mit einer Waldfläche von 60 Prozent ist es das zeitwaldreichste Land Europas.
  • Das slowenische Trinkwasser gilt als eines der saubersten weltweit.
  • 000 Tier und Pflanzenarten gibt es in Slowenien. Damit zählt das Land zu den artreichsten Ländern Europas.

Mehr als Durchfahrtsland nach Kroatien

Wenn Touristen nach Slowenien kommen, dann meist aus einem Grund: Auf ihrem Weg nach Kroatien. Doch es lohnt sich, länger zu bleiben. Bekannteste Sehenswürdigkeit ist der Bleder See. Nur 20 Minuten von der österreichischen Grenze entfernt, genießt man hier den Blick auf die Marieninsel mit der Bleder Burg. Das türkisblaue Wasser ist umrandet von Laub- und Nadelbäumen, das Panorama lässt sich von den zahlreichen Holzstegen genießen. Am Westrand des Sees können Besucher im Sommer im 25 Grad warmen Wasser schwimmen. Darüber hinaus gibt es hier mehrere Thermalbäder.

Der Triglav ist der höchste Berg Sloweniens. Wenn man von Bled 40 Minuten weiter nach Süden fährt, erreicht man einen Landstrich, von dem sich der Berg in seiner Gänze betrachten lässt. Der Bohinjsee ist mehr als ein guter Aussichtspunkt. Das kristallklare Wasser schimmert in allen Grün- und Blautönen und ist touristisch weniger erschlossen als Bled. Kanus und Hotels gibt es hier aber auch.

Ein Land für Actionfans und Strandurlauber

Im Nordwesten des Landes wartet die weltweit steilste Zipline darauf, von abenteuerlustigen Touristen genutzt zu werden. Wer sich traut, überfliegt an Steilseilen die Skischanze von Planica und erreicht in wenigen Sekunden bis zu 85 Stundenkilometer. An diesem Ort wurde im März 2016 auch der Weltcup im Skispringen ausgetragen. Ein Jahr zuvor war das von der EU geförderte Ski- und Langlaufzentrum eröffnet worden, es zählt zu den modernsten der Welt.

Wem Sand besser gefällt als Schnee, der ist an Sloweniens Küstenabschnitt genau richtig. Hier sieht es aus wie in Kroatien, nur menschenleer. Der Park Skocjan ist der größte unterirdische Canyon Europas. Das Kalkgestein wird durch Regenwasser und Flüsse gelöst, woraus Höhlen entstehen, deren Länge insgesamt sechs Kilometer misst. Der tiefste Punkt liegt 200 Meter tief. Entlang der Tropfsteine und Kanäle werden Führungen angeboten.

Bildquelle: Pixabay, bled, 1899264 1280

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