Das BMW-Museum München – Wie eine Straße durch die Automobilgeschichte

Ganz wie auch die Kollegen aus Wolfsburg mit ihrer Autostadt präsentieren BMW ebenfalls ihre Konzerngeschichte als Erlebniswelt. Ganz neu ist dies nicht, denn das Museum wurde bereits 1973 eröffnet, doch inzwischen fügt es sich nahtlos und konzeptionshomogen in den Komplex aus Werk, Haus der Vierzylinder und BMW-Welt ein.

Seit dem 21. Juni 2008 erstrahlt das Museum in neuem Glanz, gute 30 Jahre nach seiner Erbauung hat BMW sein Museum runderneuert. Aber schon in seiner Urform war es etwas ganz besonderes.

Aus der Luft sieht man nur das Logo, denn auf dem Dach trägt der Rundbau das BMW-Emblem. Doch steht man davor, erkennt man, dass sowohl das Vierzylinder-Haus als auch der Museumsbau miteinander harmonieren. Und dies kommt nicht von ungefähr, sind doch beide Häuser von dem Wiener Architekten Prof. Dr. Karl Schwanzer erdacht worden.

Und beide Bauten für sich sind schon ungewöhnlich. Das Hochhaus ist Stockwerk für Stockwerk am Boden erbaubt worden. Die Einzelnen Segmente wurden anschließend aneinander gehängt. So wie der „Vierzylinder“ gewissermaßen ein Hängehaus ist, so gleicht der Museumsbau einer selbsttragenden Karosserie.

Die äußere Wand bildet eine homogene Spannbetonschale und trägt das, in zwei Ebenen geteilte, Dach. Die 19 Meter hohe Konstruktion erweitert sich von einem Durchmesser von 20 auf erstaunliche 41 Meter im obersten Bereich und wirkt wie eine umgestülpte Kuppel. In ihrem Innern windet sich eine „Steilkurve“ vom Boden bis zur Decke, auf der sich die legendären BMW-Boliden ein Rennen gen Himmel liefern.

Im Zuge der Renovierungsarbeiten wurde der Komplex um einen angrenzenden Flachbau erweitert und die Ausstellungsfläche somit auf 5.000 m² vergrößert. Aber das Gebäude grenzt sich nicht von der Umgebung ab, sondern fügt sich nahtlos ein…

Eine Straße führt direkt in dieses Wahrzeichen Münchens. Über freischwebend erscheinende, glatt polierte Rampen gelingt es dem Konzept, einen Bogen zu spannen, zwischen der zeitlosen Architektur, der „Schüssel“ aus den 1970ern und dem medialen Erlebnis im Innern.

Den Besuchern aus Deutschland und der Welt erwarten 125 Originalexponate in 25 Bereichen, angestrahlt von 1,765 Millionen Leuchtdioden, und eingebettet in sein sogenanntes „Acousmonium“, welches eine gleichbleibende Akustik garantiert. Mit seinen nahtlosen 3D-Projektionen in der Rundbauspirale und den ausgefeilten Raumkonzepten verwandelt dieses Museum tatsächlich die „profane“ Automobilgeschichte der Bayerischen Motoren Werke AG in ein eine einzigartige mediale Erlebniswelt, die beinahe alle Sinne anspricht.

Geöffnet ist das Museum von Dienstags bis Freitag von 09.00 – 18.00 Uhr und Samstag und Sonntags von 10.00 – 20.00 Uhr
Die Eintrittspreise:

  • Einzelbesucher   12,00 €
  • Ermäßigt   6,00€  (gilt für: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren, Auszubildende, Studenten, Wehr- und Zivildienstleistende, Rentner und Behinderte)
  • Familienkarte   24,00€ (maximal 5 Personen)
  • Mit City Tour Card München   8,00€

Wo:

  • BMW Museum, AM Olympiapark 2, 80809 München
  • Mit dem Auto: Über den Mittleren Ring, Höhe Petuelring, Parkplätze sind ausreichend vorhanden.
  • Mit den Öffentlichen: Vom Stadtzentrum mit der U3 bis zur Station „Olympiazentrum“, BMW empfiehlt hier den Weg über die BMW-Welt.

2 comments

  1. Ich finde das Museum einfach eindrucksvoll. Während meines ersten Aufenthalts in München habe ich das Museum bereits von außen gesehen und war schwer begeistert. Letztes Jahr war es dann endlich so weit und ich bin mit meiner Frau nach München gefahren um Bekannte zu besuchen. Diese Gelegenheit haben wir uns natürlich nicht nehmen lassen und sind direkt in das BMW Museum gefahren. Der Besuch im Museum war wirklich atemberaubend und ich bin bis heute völlig begeistert von der Liebe zum Detail und den vielen spannenden Sehenswürdigkeiten. Ich bin jetzt schon gespannt wenn ich bei Gelegenheit mal das VW Museum in Wolfsburg zu gesicht bekomme. Mal sehen ob es mithalten kann. BMW hat auf jeden Fall mächtig vorgelegt.

  2. Markus

    Freude und Enttäuschung. Ich war 1981 als Dreikäsehoch das erste Mal im BMW-Museum, als die ‚Zeitsignale‘-Ausstellung lief. Der ‚Weißwurstkessel‘ war damals inclusive Wendelgang nachtschwarz ausgeschlagen, ganz und gar nicht die sonstige muffelige Museumsatmosphäre nch dem Motto „…und zu Ihrer Linken sehen Sie…..“. Als ich aus dem Museum heraus ging, war ich – glaube ich – mit dem Spielzeug-M1 in der Hand glücklich wie der Mops im Haferstroh. Als ich nun 2009 das erste Mal im umgebauten Museum war, fand ich, dass das Museum seinen alten Charme verloren hatte. Vielleicht liegts an mir, ich hatte ja auch das Gefühl, dass der Wendelgang früher viel größer gewesen war…:-).