Die berühmten Flitterwochen

Die Flitterwochen. Eine heiße Kartoffel, die nie so heiß gegessen, wie sie gekocht, wird. Liebesgeflüster, faltige Laken und heiße Blicke am Strand – wer solche Erwartungen mit in seinen Reisekoffer packt, darf sich über enttäuschende Gefühle nicht wundern.

Die Flitterwochen sollen das Sahnehäubchen auf dem riesigen Hochzeits-Eisbecher sein. Endlich wunderbare Zweisamkei: in einer lauschigen Berghütte vielleicht oder an einem exotischen Südsee-Strand. Ununterbrochen Sex, ein bisschen pseudo-Kulturinteresse, ein paar hübsche Schnappschüsse für den Rest der Familie, bei der man ja den Schein wahren möchte.
Und irgendwie ist es auch fast egal, wohin es das Pärchen verschlägt. Hauptsache allein. Hauptsache schön. Und hauptsache Sex!

Am besten ist das betreffende Brautpaar niemals vorher eine Reise allein angetreten. Die Erwartungen sind hoch geschraubt, der Bikini frisch gekauft und die Hochglanzurlaubsmagazine lassen mit ihren glänzenden Bildchen keine matte Stimmung aufkommen. Und dann sitzt man im Flieger, der ganze Hochzeitsstress ist vorbei und jetzt erst einmal tief durchatmen. Oder?

Denn: So eine Reise kann auch viele unschöne Überraschungen bereit halten. Wissen Sie, wie Ihr Partner auf Kakerlaken in der Hotelküche reagiert? Oder reagieren Sie vielleicht selber hysterisch? Und wie erotisch ist Sex wohl bei vierzig Grad im Schatten? Schweißtreibend…?
Und abends an der Cocktailbar schaut Eberhard der Dame im Mini-Rock zu lange hinterher – oder Sie vielleicht dem braun gebrannten, knackigen Gigolo?
Und dann das Stichwort Kultur. Sie wollen was erleben, Klettertour an wahren Abgründen, über sich endloses Himmelblau und unter ihnen die Gischt hochspritzender Azur-Ozean-Wellen. Und Eberhard würde im körnigen Sand unter einem bunten Sonnenschirm lieber den spannenden Krimi lesen. Damit ist seine Adrenalin-Grenze schon bei weitem ausgereizt. Da können dann sehr schnell mal hitzige Auseinandersetzungen aufkommen. Und Urlaubsfrust. Denn von endlosem Sex und heißen Blicken kann keine Rede mehr sein.

Daher sollten Sie sich vorher nüchterne Überlegungen machen, wohin es Sie verschlagen soll – und wie Sie Ihre verdiente Zweisamkeit verleben wollen. Aber das wichtigste: Lassen Sie Ihre Hollywood-Erwartungen zuhause, wohin sie auch gehören, in eingestaubte Schubladen auf dem Dachboden! Denn ansonsten verpassen Sie die Rosenblüten-Kopfkissen, die Eberhard sehr gerne für Sie vorbereitet, da Sie über seinen Kakerlaken-Hysterien-Anfall nur herzhaft lachen konnten. Entspannt bleiben, lautet die Devise. Dann können Sie auch beherzt nach einer stressigen, anstrengenden Hochzeitn durchatmen. Zwei Wochen lang 😉 .

3 comments

  1. Es gibt ja Gott sei Dank sehr schöne Ziele, für die man nicht um die halbe Welt fliegen muss. Mein Tipp: schweizer Gastfreundschaft und

  2. Jawohl, das muss nicht immer so toll werden, wie man immer denkt. Bei mir war es auch nicht so klasse. Liegt aber oft an den hohen Erwartungen.