Flüge nach Khartum – von Deutschland nur mit Zwischenstopp

Flüge nach Khartum – in vielen Ländern auch Khartoum geschrieben – gibt es nicht gerade wie Sand am Meer oder in der Wüste, jedenfalls nicht aus Deutschland. Zwar fliegen mehrere Gesellschaften den Flughafen der sudanesischen Hauptstadt an (Khartoum International Airport bzw. Khartoum Civil), aber mit seiner einzelnen 3000 Meter langen Start- und Landebahn ist er nicht gerade für ausladenden Flugverkehr ausgelegt.

In naher Zukunft soll der Flughafen daher auch durch den Khartoum New International Airport ersetzt werden, zumal beim alten Flughafen noch kaum Computer eingesetzt werden, v.a. an den Check-Ins. Direktflüge aus Deutschland wird es wohl aber auch dann kaum geben. Allerdings ist Khartum z.B. von Berlin schon jetzt mit nur einem Mal umsteigen, beispielsweise in der Türkei schon heute gut zu erreichen.

Mit dem neuen Flughafen wird sich die Anzahl der Flüge nach Khartoum aber deutlich erhöhen. Dies wird in Zukunft auch deshalb immer wichtiger, weil Khartoum für die Blauhelme der UN einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt darstellt in einem Land, in dem die Infrastruktur nur äußerst schlecht ausgebaut ist. Flüge von und nach Khartum werden werden notwendig bleiben, auch wenn es aufgrund erheblicher Sicherheitsmängel immer wieder zu schweren Unfällen kommt.

Khartum ist eine recht junge Stadt, die erst gegen 1820 vom ägyptischen Militär gegründet wurde, sich aber schnell zum Handelsknotenpunkt zwischen Nord und Süd entwickelte und so zahlreiche Einheimische anzog. Heute hat Khartum über 2 Millionen Einwohner und ist damit die zweitgrößte Stadt der Republik Sudan, die im Nordosten Afrikas am Roten Meer gelegen ist.

Zusammen mit der größten Stadt des Sudans, Omdurman, und der Stadt Bahri bildet Khartum das viertgrößte Ballungsgebiet Afrikas (etwa 9 Millionen Einwohner).

Bekannt ist der Sudan vielen durch die weniger schönen Ereignisse in den letzten Jahren und Jahrzehnten. Schon in den 1970er und 80er Jahren fanden zahlreiche Flüchtlinge aus den benachbarten Nationen Tschad, Uganda und Äthiopien Zuflucht in den immer größer werdenden Slums am Rande Khartums. Aber auch aus Sudan selbst, durch Bürgerkrieg im Süden des Landes vertrieben, kamen viele Flüchtlinge nach Khartum. So schwoll die Stadt in 50 Jahren auf das 20-fache ihrer Einwohnerzahl an.

Mittlerweile investieren ausländische Geschäftsleute in den Aufbau Khartums, so dass bisweilen Khartum gar mit Dubai in einem Atemzug genannt wird. Man sollte sich näher darüber informieren, falls man einen Flug nach Südafrika plant.

1 comment

  1. Selten eine Stadt gesehen, aus der man schenller wieder heraus möchte. In den 70er und 80er Jahren war Khartum das Ziel von hunderttausenden Flüchtlingen, die Schutz vor den Konflikten in Tschad, Äthiopien und Uganda suchten. Diese siedelten sich in großen Slums in den Außenbezirken der Stadt an.