Siena: Die mittelalterliche Stadt in Italien

Siena, die Provinz-Stadt in der Toskana gilt als eine der schönsten Städte in ganz Italien, die mit ihrem mittelalterlichen Flair und prächtigen Bauwerken seit jeher in Rivalität mit Florenz steht.

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Die historische Altstadt von Siena ist stark vom Charakter der italienischen Gotik geprägt und hat ihr ursprüngliches Aussehen weitestgehend bis heute bewahrt, weshalb sie seit 1995 auch zum Welterbe der UNESCO zählt. Bis in das 16. Jahrhundert war Siena noch ein selbstständiger Stadtstaat, wobei die Stadt ihren einstigen Reichtum besonders der Lage an der Via Francigena, also der Frankenstraße zu verdanken hat, welche nicht nur Pilgerweg, sondern auch eine wichtige Handelsverbindung Italiens mit dem restlichen Europa darstellte. Erst als Siena von Florenz mit Hilfe der Spanier geschlagen wurde, verlor die Stadt an politischer und ökonomischer Bedeutung, ist jedoch bis heute ein beliebter Ort für Kulturliebhaber geblieben.

Die Stadtteile von Siena und ihre Bedeutung

Die rund 54.500-Einwohnerstadt Siena ist in drei Terzi, also Drittel gegliedert, die wiederum in 17 Stadtteile, die sogenannten Contrade aufgeteilt sind, welche nach ihren jeweiligen Wappen – in den meisten Fällen nach den abgebildeten Tieren – benannt sind. Bei dem berühmten jährlich im Sommer stattfindenden Pferderennen Palio treten die Contraden gegeneinander an, doch auch außerhalb dieses Spektakels erfüllen diese Nachbarschaftsgemeinschaften wichtige soziale Zwecke in Siena. So kümmern sie sich nicht nur um Renovierungen, sondern pflegen auch ihre alten Bürger oder versorgen Arbeitslose mit vorübergehenden Beschäftigungen und Aufgaben. Aufgrund dieser besonderen Aktivität der Contraden gilt Siena unter Städten dieser Größe als diejenige, mit der geringsten Kriminalitätsrate.

Sehenswürdigkeiten in Siena

Der Duomo Santa Maria

Sowohl die Fassade, als auch das Innere des Doms Santa Maria ist geprägt von den Farben Sienas: Schwarz und Weiß. Doch nicht nur die schwarz-weißen Marmorstreifen und die Marmoreinlegearbeiten, welche den gesamten Boden bedecken, faszinieren den Besucher. Auch die dunkelblauen Deckengemälde, die von zahllosen goldenen Sternen verziert werden, sowie die überlebensgroßen biblischen Darstellungen sind zeugen von überwältigender Schönheit. Ebenso ist die Kanzel mit dem realistisch gestalteten Marmorrelief absolut sehenswert, sodass sich der Eintritt von ca. 6 € als durchaus lohnenswert erweist.

Der Palazzo Pubblico

Das Rathaus von Siena ist unter anderem besonders aufgrund des 102 Meter hohen Turms, dem Torre del Mangia, einen Besuch wert. Von diesem aus kann man einen fantastischen Ausblick über die gesamte Stadt genießen, sodass sich der etwas mühselige Aufstieg in jedem Fall bezahlt macht.

Il Campo

Die Piazza del Campo ist der Hauptplatz der Stadt und darüber hinaus der wahrscheinlich schönste Platz in ganz Italien mit einem unvergleichlichen Charme und Flair. Er zeichnet sich durch seine mit roten Backsteinen bedeckte, muschelförmige Grundfläche aus, welche von weißen Linien aus Kalkstein, den sogenannten Travertinstreifen durchzogen wird. Am tiefsten Punkt des Platzes befindet sich das Rathaus. Diesem gegenüber, an der höchsten Stelle des Il Campo liegt der „Fonte Gaia“, ein mit Marmorfiguren verzierter Brunnen. Der gesamte Platz wird eingerahmt von gotischen Palästen, welche heute zumeist Cafés und Restaurants beherbergen, vor denen überall farbenfrohe Stände aufgebaut sind, welche die für Siena so bedeutsamen Fahnen verkaufen.

 

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1 comment

  1. Mich hatte es vor 2 Jahren einmal kurz nach Sienna verschlagen, nur für einen Nachmittag. Das Wetter war wunderbar und die Stadt einfach großartig. Am Abend saßen wir in einer Pizzeria an dem großen Platz, wo die Pferderennen ausgetragen werden, und genossen das Flair. Und obwohl der Platz voller Menschen war, wirkte alles idyllisch und entspannt. Einfach schön.