Wuhan ist ein Paradebeispiel für zeitgemäße Tradition in China

Wer nach China reist, ist oft fasziniert von dem schnelllebigen, hastigen Atem des Landes und von dem gleichzeitig betörendem, exotischen Zauber, der hier wie eine hauchdünne Staubschicht über den Straßen liegt. Besonders in den Städten Chinas ist diese Widersprüchligkeit sehr deutlich zu spüren.

Eine dieser Städte ist Wuhan. Eine starke Metropole, die als Hauptstadt der chinesischen Provinz Hubei fungiert. Knapp 4, 2 Millionen Einwohner beleben die Innenstadt – im Außenbezirk sind es sogar bis zu neun Millionen!

China ist ein Land mit Traditionen und einer vielfältigen Geschichte. Die Erhaltung dieser ist den Chinesen sehr wichtig, weshalb man auch in Wuhan wunderschöne, traditionelle Tempel bewundern kann. Die Sehenswürdigkeiten sind über die ganze Stadt verteilt und bestechen mit einer harmonischen Komposition in einer wunderschönen Farbenpracht. Einer davon ist der Changchun-Tempel im Wuchang-Stadtteil.

Apropo Stadtteil. Davon gibt es hier drei Stück: der eben erwähnte Wuchang, Hankolu und Hanyang. Sie sind benannt nach ihren Urmüttern von Städten, aus denen das heutige Wuhan entwachsen ist. 1953 wurden nämlich drei Städte zu einer, Wuhan, zusammen gefasst. Damals hatte sie allerdings noch einen verwunscheren Namen: Jiangxia.

Wuhan ist der Inbegriff für chinesische Kultur, weshalb sie auch den Touristen nicht unvergessen lässt. Am westlichen Ufer des Donghu-Sees gibt es viele Attraktionen, die jeden Geschmack treffen. Ob nun Vogelzoo oder ein herrlich melidiöses Glockenspiel, der Guishan-Berg oder wunderschöne Museen: Hier findet der gewiefte Tourist einfach alles, was er braucht. Spiel, Spaß und Spannung… 😉 . Seit jeher sind die Chinesen ein gastliches und freundliches Volk, welches viel Wert auf Etikette und Behaglichkeit legt. Dass ihre Gäste sich wohl fühlen und etwas geboten bekommen, ist ihnen ein Bedürfnis. Ihnen dabei ihre Kultur und ihr Verständnis näher zu bringen, ein weiteres.

Aber das ist natürlich nicht der einzige Grund, weshalb Wuhan ein einfach atemberaubendes Erlebnis darstellt. Wuhan ist sehr traditionell und trotzdem zeitgemäß. Den Balanceakt zwischen der Anpassung an die globalen Gegebenheiten und die Erhaltung geliebter Traditionen ist den Einwohnern sehr gut gelungen. Es ist, als wäre Wuhan ein weiser, guter Freund, der mit den Füßen fest verwurzelt auf dem Boden seiner Heimat steht. Ohne trotzdem den Anschluss an den Rest der Welt zu verlieren. Viele Städte zerbrechen regelrecht bei diesem Versuch.

4 comments

  1. Julia
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    Aber auch nur im Irgendwann Norman 😉 . Ich finde sie immer wieder sehr eindrucksvoll und sehenswert.
    Fraglich ist, ob das auch so bleibt, wenn man sie jeden Tag sieht/sehen muss.

    Danke für deinen Kommentar!

    Viele Grüße

  2. Ich war das erste mal 1995 in Nanjing (irgendwie vergleichbar mit Wuhan). Damals war das höchste Gebäude der Stadt das Jin Ling Hotel. Im Jahre 2001 war ich dann wieder dort zu Besuch. Das Jin Ling stand noch, war nur unter den anderen Wolkenkratzern drumrum nichtmehr zu sehen. So fix geht das da. Wenn man sich eine Ansichtskarte mit der Skyline einer Stadt kauft, ist die nach 5 Jahren schon längst veraltet.
    Ob das gut ist kann jeder für sich selbst entscheiden, auf alle Fälle beachtlich!
    Zai jian.

  3. Julia
    Author

    Beachtlich ist es in jedem Fall Zai. Ich finde es allerdings ziemlich beängstigend… 🙁

    Lieben Gruß